Kasimir und Karoline

Volksstück in drei Akten
von Ödön von Horváth

„Aber die Menschen wären doch gar nicht schlecht, wenn es ihnen nicht schlecht gehen tät.“
Erna

München, 1932. Kasimir und Karoline gehen aufs Oktoberfest. Karoline, eine Büroangestellte, möchte sich amüsieren. Kasimir, ein Chauffeur, hat gerade seine Arbeit verloren. Als Karoline sich mit dem einsamen Schürzinger anfreundet, wirft Kasimir ihr Opportunismus vor und die beiden trennen sich im Streit. Während sich Karoline mit Schürzinger in die surreale Festatmosphäre stürzt, betrinkt sich Kasimir im Bierzelt mit dem Kleinkriminellen Franz und seiner Erna. Im Laufe des Abends begegnen sich Kasimir und Karoline immer wieder, nur um, Magnetpolen gleich, von einander abgestoßen zu werden. Karoline driftet in die Peripherie der Macht, umworben vom Kommerzienrat Rauch, während Kasimir mit dem Merkl Franz und seiner Erna an den Rand der Gesellschaft gerät ...

„Kasimir und Karoline“, 1932 in Leipzig uraufgeführt, ist laut Horváth eine „Ballade voll stiller Trauer, gemildert durch Humor“. In die surreale Feststimmung verpflanzt er eine Liebesgeschichte von zwei Menschen, die an sich selbst und ihren Umständen scheitern. Zugleich ist „Kasimir und Karoline“ ein tragisch-komisches Lehrstück über eine Zeit, in der Verzweiflung und Armut den Weg für eine Politik ebneten, welche für das Menschliche gänzlich erblindet war.


Matinee:
7. Oktober 2012, 11.00 Uhr
Bühnen der Stadt Gera, Großes Haus