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Masepa nach 70 Jahren wieder auf dem Spielplan

Die 1884 in Moskau uraufgeführte, von großer Leidenschaft und Tragik geprägte Oper von Peter Tschaikowski (1840-1893) stand zuletzt in der Spielzeit 1948/49 in Gera auf dem Spielplan. Überzeugt von der Qualität dieses zu Unrecht weitgehend vergessenen Meisterwerks und in Vorausschau auf das 125. Todesjahr des Komponisten 2018 inszeniert Kay Kuntze die Liebesgeschichte. Die Premiere ist am 28. April um  19:30 Uhr im Großen Haus der Bühnen der Stadt Gera.
Die Musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor  Laurent Wagner. Bühnenbild und Kostüme entwirft Martin Fischer, der schon bei Janaceks JENUFA mit Kay Kuntze zusammenarbeitete. Der Opernchor singt in der Einstudierung von Chordirektor  Holger Krause. ·
In den Partien: Masepa: Johannes Beck,  Kotschubej: Ulrich Burdack , Ljubow: Christel Loetzsch , Maria: Anne Preuß ,  Andrej: Hans-Georg Priese , Orlik: Andrii Chakov, Kosak: Alexander Voigt
Es wird in deutscher Sprache gesungen.

Masepa, Oberbefehlshaber der ukrainischen Kosaken, liebt Maria. Deren Eltern, der vermögende Gutsherr Kotschubej und seine Frau Ljubow, reagieren entsetzt auf diese Nachricht und versuchen die Beziehung zu unterbinden, ist Maria doch wesentlich jünger als Masepa und obendrein dessen Patentochter. Auch Masepas Hinweis, die Liebe beruhe auf Gegenseitigkeit und Maria sei vielleicht von ihm schwanger, nutzt nichts. Die Eltern stellen Maria vor eine äußerst schwierige Wahl: Bleibt sie bei ihrer Familie und auch bei ihrem Jugendfreund Andrej oder entscheidet sie sich für Masepa und wird dafür von ihrer Familie verstoßen? Marias Flucht mit ihrem Geliebten setzt eine schier endlose Spirale von Intrigen, Gewalt, privaten und politischen Machtspielen, Verrat, Verletzungen und Tod in Gang. Trotz der unzähmbaren Brutalität, die ihn bis zur Selbstvernichtung führt, wirbt Masepa um Verständnis, dass seine Liebe zu Maria echt und gut ist. Zurück bleibt Maria, die in geistiger Umnachtung ein berührendes Wiegenlied anstimmt.

Peter Tschaikowski (1840-1893) berührte Masepas Schicksal persönlich in zweierlei Hinsicht. Zum einen waren seine Vorfahren, ukrainische Kosaken, selbst in der Schlacht gegen die Schweden bei Poltawa 1709 umgekommen. Er kannte die Gegend gut. Zum anderen fand er sich, wie persönliche Briefe aus dieser Zeit bezeugen, mit seiner eigenen unbewältigten emotionalen Verwirrung in den moralischen Zweifeln der Protagonistin wieder.

Zur Matinee  am Sonntag, 23. April, um· 11:00 Uhr im Konzertsaal der Bühnen der Stadt Gera
wird Dramaturgin Nastasia Tietze im Gespräch mit dem Regieteam die Konzeption vorstellen. Sänger sind mit musikalischen Kostproben zu erleben. Der Eintritt ist frei!

Weitere Vorstellungen: 30. April 14.30 Uhr, 19. Mai und 24. Juni, jeweils 19.30 Uhr.
Karten an der Theaterkasse, Telefon 0365-8279105


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