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Schauspieler führen UNDULDSAME GESPRÄCHE

Mit und über Luther sprechen möchte das Schauspielensemble in einem speziellen Projekt zum Reformationsjahr. „Unduldsame Gespräche – Luthers Lust und Leidenschaft“ nennt Schauspieldirektor Manuel Kressin die von ihm zusammen mit Dramaturgin Svea Haugwitz als mobile Produktion für den Kirchenraum konzipierte szenische Lesung, die in der Reihe Vom Himmel hoch – Glaube und Gesellschaft bei Theater&Philharmonie Thüringen herauskommt. Die Premiere ist am Montag, 30. Oktober, 19.30 Uhr in der Salvatorkirche Gera. Für diesen Auftakt ist der Eintritt frei!

Als ein „Verhängnis für die Menschheit“ beschreibt Friedrich Nietzsche die Person Martin Luther, der die religiöse und gesellschaftliche Ordnung in ihren Grundfesten erschütterte und mit seiner Bibelübersetzung die deutsche Sprache reformierte. Keine Frage, er ist umstritten.
Gespräche und Briefwechsel zwischen dem Reformator und Katharina von Bora, Thomas Müntzer und Philipp Melanchthon sind nicht nur hinsichtlich ihres religionsphilosophischen Diskurses spannend. Sie zeigen, wie der große Reformator auch ein großer Zweifler war: Luther war stets mit anderen, aber auch mit sich selbst und Gott im Zwiegespräch. Immer wieder prüfte und diskutierte er, was richtiges Handeln bedeutet. Darüber hinaus berichten Briefwechsel von besonderen Freundschaften. Neben diesen authentischen Dokumenten an Streitschriften, Thesen und Liedern Luthers gibt es aber auch  fiktives Material; denn der Kirchenmann inspirierte viele Schriftsteller: Kleists Michael Kohlhaas (1810) begegnet ihm im Zwiegespräch über Recht und Moral. August Strindberg verfasste 1903 das Luther-Drama „Die Nachtigall von Wittenberg“. Gerhart Hauptmann hinterließ Notizen zu einem Luther-Essay und ein Fragment zum geplanten Geschichtsdrama „Der Dom“, in dem er sich mit Luther beschäftigen wollte.
Die Textcollage mit Musik kann selbstverständlich nur einen Bruchteil von der Streitbarkeit um, über und mit Martin Luther einfangen – doch spannend ist es allemal, auf welche Art und Weise er sich selbst sowie  seine Zeitgenossen und auch die Nachwelt mit ihm auseinandergesetzt haben.
Von Hans Sachs bis Thomas Mann geben Textauszüge unterschiedlichste Eindrücke über eine vielschichtige Persönlichkeit sowie die inneren und äußeren Kämpfe, die diese Persönlichkeit auszufechten hatte, wider.

Die szenische Lesung mit den Schauspielern Ines Buchmann, Bruno Beeke und Thomas C. Zinke, die von Schauspielkapellmeister Olav Kröger live an der  Orgel begleitet wird,  reflektiert sowohl Denken und Reden Luthers, als auch das Sprechen über den Menschen, der die christliche Kirche in ihren Grundfesten erschüttert hat.

Weitere Auftritte der Schauspieler in Kirchen um Gera und Altenburg sind in Planung. Die Produktion ist  aber nicht nur an den  Kirchenraum gebunden, sondern kann beispielsweise auch in der Aula von Schulen gezeigt werden. Interessenten melden sich bei Jugendreferent Marco Schmidt, Telefon 0365-8279105oder marco.schmidt@tpthueringen.de

Am Reformationstag,  31. Oktober, ist  „Lutherwegwandern  mit Theater“ angesagt. Veranstalter ist die „Grünwerkstatt Stadtwald erleben“. Zu dieser gehören Vertreter des Fördervereins Stadtwaldbrücken Gera, der Stadt Gera, des Ökumenischen Kirchbauvereins Gera, der Otegau GmbH und zahlreiche ehrenamtliche Unterstützer.
Zum Wandern ist jedermann willkommen, der mit anderen diesen Tag auf dem Geraer Lutherweg verbringen und sich mit der Reformation auseinandersetzen möchte. Ziel aller Touren sind die Waldhausbrücke und das Reformationskreuz im Stadtwald. Schauspieler und Musiker von Theater&Philharmonie Thüringen sind mit ihren Beiträgen mit von der Partie.


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