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Jahresbilanz-Pressekonferenz am 15.1.18

Für Theater&Philharmonie Thüringen ist ein äußerst erfolgreiches Jahr zu Ende gegangen – künstlerisch und wirtschaftlich.
So darf sich das Fünf-Sparten-Theater in Ostthüringen über zahlreiche Auszeichnungen freuen, auf eine Vielzahl herausragender Premieren und Konzerte zurückblicken sowie seine regionale und überregionale Bedeutung durch die positive Berichterstattung zahlreicher Medien, durch Rundfunkübertragungen und CD-Veröffentlichungen unter Beweis gestellt sehen. Besonders erfreulich ist auch die Entwicklung des Publikumszuspruchs.
Zu den Auszeichnungen von Theater&Philharmonie Thüringen gehört die Verleihung Theaterpreis des Bundes 2017, die am 6. Juli 2017 durch Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters in Stendal stattfand. Die Verleihung erfolgte in Anerkennung der engagierten, regional wie international ausgerichteten Arbeit aller fünf Sparten. Das Preisgeld von € 115 000,- wird für die weitere künstlerische Arbeit verwendet. Theater&Philharmonie Thüringen ist ebenfalls Sieger in der Kritiker-Umfrage der Theaterfachzeitschrift DIE DEUTSCHE BÜHNE in der Kategorie „Ungewöhnlich überzeugende Theaterarbeit abseits der großen Theaterzentren“. Am 3. November wurde Ouelgo Téné in Leipzig als einer von drei für den FAUST-Preis nominierten Schauspielerinnen und Schauspieler gewürdigt. Seine bewegende Gestaltung der Rolle des Wilhelm Voigt im Hauptmann von Köpenick von Carl Zuckmayer hat Publikum wie Fachjury begeistert. Die Musikzeitschrift Concerti schließlich nominierte die begeisterungsfähigen Besucher von Theater&Philharmonie Thüringen zum Publikum des Jahres.
Zu den herausragenden Premieren des Jahres 2017 zählen im Musiktheater Hans Sommers Rübezahl und der Sackpfeifer von Neiße. Die Opernwiederentdeckung wurde überregional vielbeachtet. Die im Label Pan Classics erschienene CD wurde in der Fachzeitschrift Opernwelt mehrfach als beste Neueinspielung benannt und hat es auf die aktuelle Longlist für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik geschafft.
Ein großer Publikumserfolg war auch der Musical Sommer Altenburg. Vom 13. bis 18. Juni wurden sämtliche Eigenproduktionen des heiteren Musiktheaters gespielt: Barbarossa ausgeKYFFt, Viktoria und ihr Husar, Die letzten fünf Jahre, Tschitti Tschitti Bäng Bäng sowie Jekyll & Hyde. Die Saisoneröffnungspremiere Sunset Boulevard stieß ebenfalls auf ein überwältigendes Publikumsinteresse, nicht zuletzt dank des Rollendebüts von Angelika Milster als Norma Desmond. Große überregionale Aufmerksamkeit wurde schließlich den beiden hebräischen Kammeropern Saul in Ein Dor von Josef Tal sowie Die Jugend Abrahams von Michail Gnesin zuteil, letztere war die Uraufführung der ersten in hebräischer Sprache komponierten Oper; am 6. Januar 2018 erfolgte die Rundfunkübertragung bei Deutschlandfunk Kultur.
Zu den Erfolgsproduktionen des Schauspiels gehört zweifelsohne die Uraufführung Vom Gefühl her: Fuck u! Das Auftragswerk des renommierten Dramatikers Dirk Laucke zum Thema Drogenmissbrauch wurde bereits über 30 Mal Mal gespielt. Über Zuckmayers Der Hauptmann von Köpenick in der Inszenierung von Bernhard Stengele wurde überregional äußerst positiv berichtet (ZDF Heute Journal, Süddeutsche Zeitung, DIE ZEIT u. a.). Ausgehend von der Geschichte einer jüdischen Altenburger Kaufmannsfamilie, dabei aber mutig eine Brücke in die Gegenwart bauend, wurde Cohn Bucky Levy – Eine Familiengeschichte in Kooperation mit dem Jaffa-Theater Tel Aviv von Bernhard Stengele inszeniert und in Altenburg und Tel Aviv zur Aufführung gebracht. Dieses Projekt wurde insbesondere ermöglicht durch die finanzielle Unterstützung der Bundeskulturstiftung sowie der Stiftung Erinnerung Verantwortung Zukunft.
Im September trat Manuel Kressin als neuer Schauspieldirektor die Nachfolge von Bernhard Stengele an. Mit Menschen im Hotel setzte er ein erstes, mutiges Zeichen. Die sieben neuen sowie sechs in Ostthüringen bereits etablierten Schauspielerinnen und Schauspieler haben seit September sechs Premieren erfolgreich auf die Bühne gebracht.
Die Ballettfestwoche des Thüringer Staatsballetts (27. Januar bis 4. Februar) wartete mit der Premiere Dracula, drei weiteren Eigenproduktionen sowie drei Gastspielen (Palucca Hochschule, Red Bull Flying Bach, Spellbound Contemporary Ballet) auf und war nahezu komplett ausverkauft. Anlässlich der Liszt Biennale Thüringen feierte Eine infernalische Reise/ Letzte Lieder, eine Choreografie von Silvana Schröder, eine umjubelte Premiere. Der Nussknacker in der Choreografie: von Birgit Scherzer kam passend zur Weihnachtszeit heraus und war ebenfalls stets ausverkauft.
Das Puppentheater brachte u. a. mit Verbrechen zwei Kriminalstücke des Bestsellerautors Ferdinand von Schirach erstmals auf der Bühne (Inszenierung: Stefan Wey). Mit Der mit dem Fuchs spricht von Caren Pfeil hat diese Sparte seit September ein relevantes Stück zum heiklen Thema sexueller Missbrauch im Repertoire. Irgendwie Anders war die erste von drei Inszenierungen, die Kai Anne Schuhmacher als Stipendiatin der Theater-Stiftung Gera realisieren wird.
Die Konzert-Sparte überzeugte mit einigen spannenden Entdeckungen, so Sergej Tanejews 4. Sinfonie oder Tichon Chrennikovs 2. Klavierkonzert. Letzteres kam zusammen mit Dmitri Schostakowitschs 13. Sinfonie unter dem Dirigat von GMD Laurent Wagner zur Aufführung, bei welcher auch der Männerchor des Gottesmutter-Klosters Kasan mitwirkte. Alle drei genannten Werke wurden von Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet und gesendet. Im vergangenen Herbst erschienen gleich drei CDs mit vom Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera erstaufgeführten Werken von Luigi Cherubini (Dirigent: Frauenkirchenkantor Matthias Grünert; Label Rondeau), Johann Melchior Molter (Dirigent: Werner Erhardt; Label cpo) sowie Albert Lortzing (Jubelkantate; Dirigent: GMD Laurent Wagner; Label H.A.R.M.S.).
Die äußerst erfreuliche Entwicklung im Zuschauerbereich manifestiert sich 2017 in einer Auslastung aller 905 Vorstellungen von durchschnittlich 78,6% und einer Steigerung der Besucher von 142 800 (2016) auf 150 300 (2017).
Auch 2018 darf sich das Publikum auf spannende Premieren, Vorstellungen und Konzerte freuen. So ermöglicht die Aufnahme der Konzertsparte in das Programm Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland des Staatsministeriums für Kultur und Medien in den kommenden beiden Jahren spannende künstlerische Begegnungen mit den Musiklandschaften Ungarns und Rumäniens. Die Fördersumme für das Projekt Zukunftsmusik ostwärts beträgt € 250 000,- Ebenfalls im Herbst 2018 startet das Eleven-Programm des Thüringer Staatsballetts in Kooperation mit der Palucca Hochschule für Tanz Dresden, der Staatliche Ballettschule Berlin und der Tanzakademie Zürich. Schließlich gründet das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera gemeinsam mit der Jenaer Philharmonie eine Orchesterakademie, in welcher vorerst 10 Streicher den Übergang vom Studium ins Berufsleben erproben können.
Demnach blickt Theater&Philharmonie Thüringen auch 2018 hoffnungs- und erwartungsfroh in die Zukunft.
Felix Eckerle
Chefdramaturg


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