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    Ballett mit Orchester von Jiří Bubeníček
    Musik von Simon Wills · Auftragswerk ∙ Uraufführung
    In der Reihe Die goldenen 20er
    Zum 125. Geburtstag von Otto Dix

    • So 26.03.2017 / 18:00 Uhr Premiere
      Großes Haus Altenburg

     

    „Seid ruhig, ich schlafe ja doch mit jedem von euch!“
    Anita Berber

    Trailer

    Eine Göttin der Nacht oder eine Femme fatale im Tanz auf dem Vulkan? Anita Berber (1899-1928) war drei Mal verheiratet, zwischenzeitlich mit einer Frau liiert, alkohol- und drogensüchtig, verkaufte ihren Körper und zog Skandale förmlich an. Doch vor allem personifizierte sie eines: den Drang ihrer Generation, einfach zu leben, ohne an die verlorene Zukunft zu denken. So wurde sie in den frühen Zwanziger Jahren zur Stil- und Tanz-Ikone, die sich nicht davor scheute, nackt vor ihr Publikum zu treten. Sie stand für die Erotisierung des Tanzes und initiierte zugleich in Männerhosen und Jackett eine neue Mode-Ära. Dafür wurde sie vom Publikum geliebt und von Künstlern bewundert.

    1925 stand sie nackt für Otto Dix (1891-1969) Modell – jung, schön und berühmt –, doch der Maler brachte eine ganz andere Frau auf sein Gemälde: in einem roten Kleid, mit blutroten Lippen, eingefallenen Wangen, faltiger Haut, dunklen Augen und blassem Teint. Ein Wirklichkeit gewordenes Bildnis des Dorian Gray! Das Publikum sah eine energiegeladene Frau in ihr; Otto Dix eine schwache, und er malte sie älter als sie je wurde. Berbers exzessiver Lebenstanz, Sinnbild eines ganzen Jahrzehnts, endete abrupt, als sie nur drei Jahre später, im Alter von 29 Jahren, verstarb.

    Jiří Bubeníček, ehemaliger Erster Solist am Ballett der Semperoper, gibt mit Anita Berber – Göttin der Nacht sein Debüt beim Thüringer Staatsballett. Zusammen mit seinem Bruder Otto Bubeníček, der für Bühnenbild und Kostüme verantwortlich zeichnet, und dem britischen Komponisten Simon Wills, der das stürmische Leben Anita Berbers erstmalig vertont, schenkt der Choreograph der Otto-Dix-Stadt zum 125. Geburtstag seines berühmtesten Künstlers eine packende Ballett-Uraufführung.

     



    Rezensionen

    Tanz in den Abgrund · Ostthür. Zeitung 20.6.16

    Zur Königin des Abends avanciert Anastasiya Kuzina in der Rolle der Anita Berber. Wie die Tänzerin aus Weißrussland, die seit 2009/2010 zum Thüringer Staatsballett gehört, in das Leben der außergewöhnlichen Künstlerin eintaucht, ist beeindruckend. Kuzina spielt auf der Klaviatur Berberscher Sehnsüchte virtuos. Sie zelebriert deren Eskapaden und Selbstdarstellungen ebenso wie ihre Verwundbarkeit. Sie ist das sinnliche Objekt der Begierden, extravagantes Modell, bewunderter Stummfilm-Star, Geliebte, Liebende und Verachtete. Am Ende kleidet sie Dix in ein Harlekinkostüm. Berbers Tanz in den Abgrund wird zum Tanz in die Ewigkeit. Rührend ist dieses Solo, ohne rührselig zu sein. Eine Glanzleistung.

    Sabine Wagner-Munteanu

    Die Frau vom roten Gemälde · Freie Presse 20.6.16

    ... die jüngste Produktion des Thüringer Staatsballetts ... geriet weder zu einer glitzernden Zeitreise in die Goldenen Zwanziger, noch bekam man eine Folge knallharter Bühnen-Exzesse serviert. Dabei hätte der Stoff beides problemlos hergegeben: das Leben der begnadeten, aber von Ängsten und Süchten geplagten Tänzerin Anita Berber, die 1928 bereits mit 29 Jahren starb. Die tschechischen Zwillingsbrüder Jirí und Otto Bubenícek, die für Konzept, Choreographie und Ausstattung der Inszenierung verantwortlich zeichnen, haben anderes im Sinn. Das Ballett der einstigen renommierten Solotänzer, zu dem der englische Komponist Simon Wills eine farbige, emotionsgeladene, über weite Strecken eingängige Musik schrieb, erzählt das Auf und Ab dieses Künstlerschicksals in packenden, aber nicht immer restlos zu entschlüsselnden Bildern.

    Volker Müller

    Revue und Retrospektive · Die deutsche Bühne online

    Anita Berber zerstört ihr eigenes Bild. Sie tritt das Portrait von der Staffelei, an der Otto Dix gerade noch gemalt hat. Zuvor hatte er sie, im roten Kleid, auf einem Podest in die richtige Pose gerückt, in der er sie portraitieren wollte. Das wird der Tänzerin in ihrem Leben immer wieder passieren: Aufs Podest gestellt, dann abgestürzt, angehimmelt und verachtet. In seiner Reihe „Die goldenen 20er“ widmet das Theater Altenburg-Gera ihr nun einen Ballettabend mit Orchester, ein Anknüpfungspunkt dabei ist der in Gera geborene Maler Otto Dix.

    Ute Grundmann

    Staatsballett begeistert mit "Anita Berber" · Die Welt online

    Besonders Anastasiya Kuzina in der Rolle der Anita Berber beeindruckt in der rund eineinhalbstündigen Aufführung und wird vom Publikum frenetisch gefeiert.

    dpa Andreas Hummel

    Der Tanz um das nackte Leben · tanznetz.de

    So gelingt es immer wieder auf der nur scheinbar unbeschwerten Oberfläche ganz nahe am Rande des Abgrundes zu tanzen, sich dem Rausch hinzugeben, sich nackt zu machen als letztes Zeichen ungebrochenen Lebenswillens im verschlingenden schwarzen Raum der Bühne, deren unsicherer Boden sich dreht oder auf der in einer optisch beeindruckenden Szenen Menschen in einem geheimnisvollen Tunnel aus schmalen Lichtlinien verschwinden können.

    Boris Michael Gruhl

    Ein Gemälde erwacht zum Bühnenleben · Thüringer Allgemeine

    Beim Erwachen eines Gemäldes zu prickelndem Bühnenleben war Anastsiya Kuzina der umjubelte Star. Selbstbewusst entsteigt sie der Gemäldepose und lebt ihr Leben. Sie will ein Bild zerstören und zugleich bewahren.

    Ursula Mielke

    Riding the Wild Surf · Landgraf on Dance 20.6.16

    Last week the Czech Republic honored Jiří and Otto Bubeníček with the Gratias Agit for promoting the nation’s reputation abroad. Just this Friday the brothers gave their country a further reason for being proud of them: the premiere of “Anita Berber – Goddess of the Night” in Gera, Thuringia. […] Jiří Bubenicek invented an abundance of dance for the entire ensemble. The corps de ballet was much involved, either as party guests, cabaret customers, film crew, sanatorium patients or soldiers. Carchedi was an aptly arrogant and demanding Droste, demoniac in appearance. Watching the dancing of Kvačák as Henri was like seeing the Bubeníčeks themselves. Kuzina made Berber skittish and impetuous, capably captivating men and women alike with her provocative look. Astonishing were her instantaneous shifts from moving at lightning speed to savory posing. She is a full-fledged diva! Towards the end, Kuzina’s Anita Berber dropped her affected behavior which had become her second skin, and let this woman’s true personality shine.

    Ilona Landgraf

    Ein Dix-Gemälde erwacht und tanzt - OVZ 28.3.17

    Am Ende gab es vor allem für die Glanzleistung des Balletts verdientermaßen stürmischen Applaus, Trampeln und Bravos.

    Ellen Paul

    Mediathek

    © Fotos: Sabina Sabovic (Die Fotos können für redaktionelle Zwecke und Berichterstattung zum betreffenden Stück honorarfrei genutzt werden. Der/die Fotograf/in muss stets genannt werden.)