• Die Jungfrau von Orleans

    Video ansehen:

  • Die Jungfrau von Orleans

    Romantische Tragödie von Friedrich Schiller

  • Die Jungfrau von Orleans

    Romantische Tragödie von Friedrich Schiller

  • Die Jungfrau von Orleans

    Romantische Tragödie von Friedrich Schiller
    In der Reihe Vom Himmel hoch – Glaube und Gesellschaft

    • Fr 24.03.2017 / 19:30 Uhr Premiere
      Großes Haus Gera

     

    Stückeinführung jeweils 30 Min. vor Beginn (außer bei Vormittagsvorstellungen).

    „Man hat schon Menschen gehängt,
    weil sie die Wahrheit sagten.“
    Jeanne d’Arc

    Trailer

    1429 tobt seit fast 100 Jahren ein scheinbar aussichtloser Krieg. Frankreich versinkt im Chaos und wird zum Schauplatz von royalem Familienzwist, kurzsichtiger Politik und militärischen Fehlentscheidungen. Da tritt im größten Krisenmoment eine Schäferin vor den desillusionierten Thronfolger und behauptet, die Mutter Gottes habe ihr den Auftrag gegeben, die Franzosen zum Sieg zu führen und dem Infanten die Krone zu sichern. Tatsächlich führt Johanna das am Boden liegende französische Heer erfolgreich von Schlacht zu Schlacht und wird zum Schrecken der feindlichen Engländer. Doch als sie sich in einen jungen englischen Heerführer verliebt, stolpert sie über etwas, was in ihrer Mission nicht vorgesehen war: Gefühle. Zweifel und Zerrissenheit läuten schließlich ihren Untergang ein.

    Aber liegt vielleicht gerade in diesem Scheitern die Möglichkeit einer persönlichen Freiheit? Oder birgt Johannas Berufung zu Größerem nicht den Keim des Scheiterns bereits in sich? Was passiert, wenn in unserer Welt ein Mensch auftritt, der sich in seinem Handeln auf einen Gott beruft? Mit seiner Johanna hat Friedrich Schiller eine seiner widersprüchlichsten Figuren geschaffen: Ist Johanna ein rettender Engel oder tötender Teufel? Eine fanatische Kriegstreiberin oder missbrauchte Ikone? Hexe oder Heilige? Diesen Fragen geht der Berliner Regisseur Christian Schmidt in seiner Inszenierung nach – ohne fertige Antworten abzuliefern, jedoch mit Spielfreude, Sprachgenauigkeit und Sinn für gesellschaftliche Zusammenhänge.

    Für die Bühnenmusik zeichnet sich der Berliner Rapper Benny Lemur verantwortlich, der mit vielseitigen Soundkulissen und subtilen Tönen die Schlachten der verfeindeten Heere und die Kämpfe der Protagonistin mit ihren Gefühlen untermalt.

     


    Rezensionen

    Fanatische Johanna - OTZ 27. März 17

    Katerina Papandreou überstrahlt die gesamte Inszenierung. Johannas Entschlossenheit, Besessenheit und Verzweiflung verkörpert sie mit jeder Faser ihres Leibes. Ihre permanente Präsenz ist ein wichtiges Element, aus dem Schmidts grandiose Inszenierung ihre bedrückende Energie bezieht. Ein zweites ist das Bühnenbild, entworfen von Hannes Hartmann.

    Ulrike Merkel

    Die Himmlische bleibt nicht unbefleckt - TLZ 2. Mai 16

    Nein, das ist nicht Schiller. Doch, das ist Schiller – von Schafherden und Ritterheeren entschlackt und hart auf die Gegenwart umgebrochen. Und das ist die junge Handschrift des Berliner Christian Schmidt, der Friedrich Schillers 1801 entstandene „Jungfrau von Orleans“ für Altenburg-Gera inszeniert hat. Die Premiere am Sonnabend im Hause Altenburg traf auf ein interessiertes Publikum, das lange mit sich und der Inszenierung kämpfte, am Ende aber doch den ausgepumpten Protagonisten herzhaft Beifall zollte.... Die Dramatisierung der Legende von der ursprünglich Schafe hütenden französischen Nationalheldin Jeanne d‘Arc, die während des Hundertjährigen Krieges bei Orleans dem Thronerben zu einem Sieg über die Engländer und Burgunder verhalf, ist das kühnste und schillerndste unter allen Schiller-Dramen. Eigentlich unspielbar – damals wie heute –, doch gerade das macht ja den großen Reiz aus, es zu versuchen. Schmidt wagt – und gewinnt. Denn er hat mit Katerina Papandreou eine Johanna auf der Bühne, die glaubhaft beide Seiten der Figur verkörpert: die fanatische Führerin und die liebende Frau.

    Frank Quilitzsch

    Macht, Mitleid, Menschlichkeit - OTZ 2. Mai 16

    Der Berliner Regisseur Christian Schmidt hat mit Katerina Papandreou eine Johanna gewählt, die alle Facetten dieser Figur auslotet: Katerina Papandreou ist fanatische Kämpferin in einer von Männern dominierten Welt. Sie ist das kleine Mädchen, das für ihre göttliche Mission die Berge und Täler ihrer Heimat verlässt. Sie ist die Furie über den Schlachtfeldern (spannende Kampfchoreografie von Helge-Björn Meyer) und missbrauchter Spielball der Mächtigen. Und sie ist die Liebende, die Zweifelnde, die hoffnungslos Suchende, die einzige Person auf der Bühne (Hannes Hartmann), die über Menschlichkeit nachdenkt und Mitleid ins Spiel bringt. Vor dem Hintergrund weltweiter Kriegsherde, wachsender Konflikte und nicht abreißender Flüchtlingsströme ist Christian Schmidt eine brisante, aktuelle Inszenierung gelungen. Eine Inszenierung, die das Publikum betroffen macht und zornig, die nachdenklich stimmt ...

    Sabine Wagner

    Die Jungfrau von Orleans als verliebte Gotteskriegerin - Freie Presse 28.3.17

    Der Applaus fiel nach etwas mehr als zwei Stunden Spieldauer reichlich aus. Bravorufe für Katerina Papandreou mischten sich hinein. Sie hatte der Titelrolle eine durchschlagende Wucht geschenkt, bot ein großartiges Theatererlebnis.... Die Inszenierung des Berliners Christian Schmidt setzt auf Geradlinigkeit und Verknappung. Er hat die Tragödie auf die Hälfte der eigentlichen Spieldauer eingekocht. Die Liste der Figuren strich er zusammen, kam neben Katerina Papandreou mit sechs Akteuren aus.

    Lutz Kirchner

    Mediathek

    © Fotos: Sabina Sabovic (Die Fotos können für redaktionelle Zwecke und Berichterstattung zum betreffenden Stück honorarfrei genutzt werden. Der/die Fotograf/in muss stets genannt werden.)