• Eine infernalische Reise/ Letzte Lieder

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    Ballett mit Orchester von Silvana Schröder
    Uraufführung im Rahmen der LISZT-Biennale 2017
    In der Reihe Vom Himmel hoch – Glaube und Gesellschaft

     

    Musik:
    Franz Liszt (1811-1886): Dante-Sinfonie
    Richard Strauss (1864-1949): Vier letzte Lieder

    „Und die Seele unbewacht
    will in freien Flügen schweben,
    um im Zauberkreis der Nacht
    tief und tausendfach zu leben.“
    Hermann Hesse

    Trailer/ Interview

    In Dante Alighieris Jahrhundertwerk Die göttliche Komödie begibt sich der Schriftsteller in Begleitung des antiken Dichters Virgil gedanklich auf eine weite Reise. Der Weg führt die beiden durch die Hölle und das Fegefeuer bis ins Paradies. Das Leben, so die Erkenntnis, endet nicht mit dem Tod. Das Wohlergehen der Menschen im Jenseits jedoch hängt von deren Verhalten im Diesseits ab. Franz Liszt inspirierte dieses Epos zur Komposition seiner berühmten Dante-Sinfonie, die 1857 in Dresden uraufgeführt wurde. Im Rahmen der Liszt-Biennale 2017 ist die Dante-Sinfonie Inspirationsquelle und musikalische Grundlage für ein neues klassisches Ballett von Silvana Schröder, das sich mit den Elementen des irdischen Lebens und dem Glauben an ein Leben nach dem Tod auseinandersetzt.

    Tiefgreifende Fragen nach dem Sinn des Lebens und der Endlichkeit allen Seins stellt auch Richard Strauss in den Vier letzten Liedern, die er 1948 in Erwartung seines baldigen Todes zu Gedichten von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff komponierte. Als erstes deutsches Ballettensemble wagen das Thüringer Staatsballett und Silvana Schröder eine tänzerische Interpretation dieser vier so persönlichen wie virtuosen Lieder – „Frühling“, „September“, „Beim Schlafengehen“ und „Im Abendrot“, interpretiert von der Sopranistin Anne Preuß.

     



    Rezensionen

    Bildgewaltiger Ballettabend begeistert - Ostthüringer Zeitung

    Ein klassisches Ballett, das weitgehend auf Handlung verzichtet und dennoch Geschichten erzählt, die berühren, verstören, fesseln, das hat Silvana Schröder, zumindest am Theater Altenburg-Gera, so noch nicht inszeniert. Die Direktorin des Thüringer Staatsballetts präsentiert mit ihrem zweiteiligen Ballettabend "Eine infernalische Reise/Letzte Lieder" eine neue Facette ihres ohnehin vielseitigen Schaffens. Und trifft damit den Nerv des Publikums, das die Uraufführung Freitagabend im Theater Gera mit Riesenapplaus und Bravos feierte...

    Sabine Wagner

    Richard Strauss in Mohnrot - Leipziger Volkszeitung 6.6.17

    Am Ende verbeugt sich mit dem Thüringer Staatsballett auch das Philharmonische Orchester auf der Bühne des Theaters Gera. Das ist mehr als eine Geste: Der symphonische Tanzabend gerät zur absolut runden Gesamtleistung mit einer kleinen Sensation. Erstmals erhält eine deutsche Kompanie die Erlaubnis zur Verwendung von Richard Strauss‘ „Vier letzte Lieder“, die Transformation und Lebensabschied so schönheitstrunken feiern. In Gera singt das Anne Preuß morgendlich leuchtend und mit ebenso leuchtender Fülle: „Ist dies etwa der Tod?“ lautet bei Strauss mit einem Vers Joseph von Eichendorffs die letzte Frage. Drei Paare und die gesamte Kompanie durchleben auf einer frühlingsgrünen Wiese Vereinigung, Verlust und Abschied.

    Roland H. Dippel

    Mediathek

    © Fotos: Sabina Sabovic (Die Fotos können für redaktionelle Zwecke und Berichterstattung zum betreffenden Stück honorarfrei genutzt werden. Der/die Fotograf/in muss stets genannt werden.)