• Zwei Männer ganz nackt

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  • Zwei Männer ganz nackt

    (Deux hommes tout nus)
    Komödie von Sébastien Thiéry
    Deutsch von Jakob Schumann
    Deutschsprachige Erstaufführung

    • Sa 29.04.2017 / 19:30 Uhr
      Heizhaus Altenburg

     

    „Das ist genau wie bei einer Frau.
    Zunge rein und schön im Kreis.“
    Cathérine Kramer

    Trailer

    Alain Kramer ist schockiert, als er am frühen Abend splitternackt in seiner Wohnung erwacht und neben sich seinen Angestellten Nicolas Prioux vorfindet. Ebenfalls nackt. Beide können sich an nichts erinnern. Wie sind die beiden Anwälte in diese delikate Situation geraten? Wurden sie unter  Drogen gesetzt? Steckt deutscher Voodoo dahinter? Noch während die beiden die absurdesten Theorien aufstellen, platzt Alains Frau Cathérine in die Szenerie. Sie zieht den einzig logischen Schluss: Ihr Mann ist schwul und hat sie betrogen. Alain und Nicolas sind über diese Vorwürfe schockiert. Davon wollen sie nichts wissen! Mit Schwulen haben sie nichts zu tun! Als Cathérine ein benutztes Kondom unter dem Bett findet, steht Alain das Wasser bis zum Hals. Während er allerlei absurde Versuche unternimmt seine Frau davon zu überzeugen, dass er heterosexuell ist, flüchtet sich diese immer wieder in die Musik. Doch bald entdeckt Alain Kramer weitere Gedächtnislücken und er gerät vor seiner Frau und sich selbst in immer größere Erklärungsnot.

    Die temporeiche Komödie Zwei Männer ganz nackt führt Homophobie ad absurdum. In der stilvoll eingerichteten Wohnung Kramers, mit Liedern von Juliette Gréco, Édith Piaf und anderen Größen des französischen Chansons – live gesungen und am Flügel begleitet – entfalten sich die Verwirrungen und Widrigkeiten des wohlsituierten Ehepaares. Dem Autor Sébastien Thiéry (*1970) ist dabei eine spannende Mischung aus Situationskomik und Wortwitz, Groteske und Ernsthaftigkeit gelungen. Unter der Regie von Bernhard Stengele lädt diese tiefgründige Komödie sowohl zum Lachen als auch zum Nachdenken ein.

     


    Rezensionen

    Zwischen absurdem Humor und Wahrheitssuche - Ostthür. Zeitung 26.9.16

    Was ist real? Was schlummert in uns? Was tun wir unterbewusst? Das sind die Fragen, die der Autor seinem Publikum mit auf den Heimweg gibt. Mit zwei großartigen männlichen Hauptdarstellern bringt Regisseur Stengele das Stück temporeich und vielschichtig auf die Geraer Bühne. Marianne Hollenstein, die für die Ausstattung verantwortlich zeichnet, schafft dafür einen stimmungsvollen Raum, in dem sich eben nicht nur absurder Humor, sondern auch eine menschliche Tragödie, ein Gewissenskonflikt, eine Wahrheitsfindung abspielt: Insgesamt eine sehr gelungene und empfehlenswerte Inszenierung.

    Ulrike Kern

    Mediathek

    © Fotos: Sabina Sabovic (Die Fotos können für redaktionelle Zwecke und Berichterstattung zum betreffenden Stück honorarfrei genutzt werden. Der/die Fotograf/in muss stets genannt werden.)