• Vom Gefühl her: Fuck u!

    Stück über Drogenkonsum von Dirk Laucke

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    Stück über Drogenkonsum von Dirk Laucke

  • Vom Gefühl her: Fuck u!

    Stück über Drogenkonsum von Dirk Laucke

  • Vom Gefühl her: Fuck u!

    Stück über Drogenkonsum von Dirk Laucke
    Auftragswerk ∙ Uraufführung
    Ab 13 Jahren

    • Do 27.04.2017 / 18:00 Uhr
      Bühne am Park Gera

     

    „Beömmel mich vor Lachen und bin voll dabei und fühl mich gut, mutig, stark, als hätte mir jemand ne Prise Superman verpasst. Ne, Batman, is cooler. Drei Uhr nachts, der Abend kommt grad erst ausn Puschen.“
    Kevin

    Videobeitrag von TV Altenburg

    Wenn sich das Leben vor allem um die Droge dreht, ist alles andere zu viel – Arbeit, Schule, Freunde und erst recht: ein Baby. So geht es auch Jenny. Ihr Kind kommt aufgrund ihrer Drogenabhängigkeit zu früh auf die Welt und liegt im Brutkasten. Während Jenny vor allem mit sich selbst beschäftigt ist, versucht ihr Freund Nico händeringend alles in den Griff zu bekommen. Umso enttäuschter ist der junge Vater, als Jenny aus dem Krankenhaus zu Nicos Freund und Arbeitskollegen Kevin flüchtet. Beide konsumieren Crystal Meth, die  Droge, die scheinbar unendlich viel Energie bringt und doch das Leben der Teenager aus den Fugen geraten lässt. Kevins kleine Schwester Sam beobachtet das Chaos, in das die junge Familie gerät. Nico versucht zu retten, was noch zu retten ist. Und dabei hat das Baby noch nicht einmal einen Namen…

    Die Droge Crystal Meth ist auf dem Vormarsch. Aus dem Jahresbericht 2015 der Suchtberatungsstelle Gera geht hervor, dass sich die Anzahl der Crystal-Abhängigen innerhalb der letzten sechs Jahre verdreifacht hat. Noch besorgniserregender ist die Entwicklung in Altenburg: Die Zahl derer, die sich wegen Crystal Meth in Behandlung begeben, ist in der Kreisstadt innerhalb von 5 Jahren um 600 Prozent gestiegen. Betroffen sind alle sozialen Schichten. Die Droge ist leicht zu beschaffen, preiswert und macht schnell psychisch abhängig, denn sie bedient vor allem das, was die moderne Gesellschaft immer mehr zu fordern scheint: Sie unterdrückt Hunger- und Schlafbedürfnisse und macht dadurch schlank und scheinbar leistungsfähiger. Das Einstiegsalter der Konsumenten sinkt stetig: „Einige fangen schon mit 12, 13 Jahren an, Crystal zu konsumieren“, weiß Dirk Laucke. Der Autor beschäftigt sich seit über einem Jahr intensiv mit dem Thema. Im November 2015 hatte sein Hörspiel Der Eismann über die Verbreitung von Crystal Meth im sächsischen Meerane Premiere. Für Theater&Philharmonie Thüringen schreibt er nun ein Stück für Zuschauer ab 13 Jahren. Es soll über die Droge, ihre Wirkung und die Folgen der Abhängigkeit aufklären, ohne dabei belehrend zu wirken.

    Dirk Laucke (*1982) ist einer der gefragtesten Gegenwartsautoren: Nachdem er 2006 den Kleistförderpreis erhielt, wurde er ein Jahr später von der Fachzeitschrift „Theater heute“ zum Autor des Jahres gekürt. Es folgten Stückarbeiten u. a. für das GRIPS Theater Berlin und die Ruhrfestspiele Recklinghausen. 2015 wurde er zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Mit seinen Stücken ist Dirk Laucke am Puls der Zeit. Sie werden als realitätsnahe und feinfühlige Milieustudien interpretiert. Dabei kontrastiert Laucke authentische Geschichten mit absurden Szenerien und bissigem Humor. „Je desillusionierter, desto besser“, beschreibt er sein Credo.

    Begleitmaterial für Schulen

    Reportage zum Thema auf blog.lvz.de

     



    Rezensionen

    Das süße Nichts - nachtkritik.de

    Da Laucke schon die Haltung seiner Figuren in Sprache übersetzt, übersetzt Andreas Bauer diese Sprache wiederum in schauspielerische Haltungen. Und die Frage ist eben die nach der Fähigkeit und der Bereitschaft eines jungen Publikums, solche ästhetischen Übersetzungen nochmals zu übersetzen in ihr wirkliches Leben.

    Henryk Goldberg

    Geschichten über Crystal Meth - Die deutsche Bühne online 14. Nov. 16

    Dabei geht es Laucke in seinem Stück vor allem um die Droge Crystal Meth, mit der er sich seit einem Jahr beschäftigt. Doch er tut das nicht vordergründig, auch wenn jeder der vier jungen Leute im gläsernen Labor mal federleichte Zuckerwatte produziert und konsumiert. Damit ist das Thema allgegenwärtig, aber es wird nicht plakativ abgehandelt. Stattdessen zeigen Laucke und die Inszenierung, zum Glück ganz ohne Zeigefinger, Situationen, in denen die Jugendlichen stecken, mit denen sie nicht klarkommen und deshalb zur Droge greifen... So klingt mit ein bißchen Hoffnung ein Stück für Jugendliche aus, das in Text und Inszenierung Ton, Haltung, Sprache junger Menschen trifft, ohne sich ans junge Publikum ranzuwanzen. Und die vier wunderbaren, präzisen jungen Darsteller halten die Szenen, die mit einem Buzzer am Boden an- und wieder ausgeknipst werden, über 90 Minuten in Spannung.

    Ute Grundmann

    Geschichten über Drogen - Osterländer Volkszeitung 17.11.16

    Da ist Nico (17), der raus will und an den Umständen scheitert. Sein Problem ist die Freundin und junge Mutter Jenny, mit 19 schon alt, hat(te) drei Kinder, kann vollgekifft keine oder nur wenig Verantwortung übernehmen, fühlt sich als Mensch vollkommen verelendet. Dann der kleine Gangster Kevin (17). Altklug hat er seinen Claim, das Terrain in Taten wie straßenphilosophisch abgesteckt, beklaut Gott und die Welt. Das Baby, Nicos und Jennys Frühchen, steckt im Brutkasten und sie wissen warum – hilflos und wirr. Einzig die 14-jährige Schwester Samantha spürt, worum es im Leben gehen kann, hat schon zu viel durch und sucht hastig fragend, aufgeregt und fiebrig schnell den Ausgang aus Kleinstadtmief und Drogendunst. Allesamt überzeugend und intensiv gespielt von Johannes Emmrich (Nico), Katerina Papandreou (Jenny), Anne Diemer (Samantha) – ihre Interpretation der 14-Jährigen verblüfft, macht Freude – und Manuel Struffolino (Kevin) - hyperaktiv und flapsig.

    Stefan Müller

    Mediathek

    © Fotos: Sabina Sabovic (Die Fotos können für redaktionelle Zwecke und Berichterstattung zum betreffenden Stück honorarfrei genutzt werden. Der/die Fotograf/in muss stets genannt werden.)