Der mit dem Fuchs spricht (ab 7)

Vom Reden und Schweigen und den Monstern in der Nacht
Solo für einen Puppenspieler von Caren Pfeil
Ab 7 Jahren

  • Do 28.09.2017 / 18:00 Uhr
    Puppentheater Gera

 

„Wenn man sich die allerschlimmsten Träume erzählen könnte… Dann würden die Monster vielleicht verschwinden.“
Clown

„Riechen ist besser als gucken, vor allem im Dunkeln“, sagt der 10-jährige Junge, der sich selbst den Namen Nase gegeben hat. Er lebt in einem ausgedienten Bus auf einem Autofriedhof. Warum? Darüber spricht er nicht gern. Wenn er sich allein fühlt, redet er mit dem Fuchs, der schon lange sein Freund ist, auch als er noch Zuhause gewohnt hat. Doch dann war Onkel Sven bei ihnen eingezogen. Eines Nachts war er in Nases Bett gekommen, und dann immer wieder. Da war Nase abgehauen. Auf dem Friedhof fühlt er sich sicher. Doch eines Abends schleicht ein Mensch zwischen den alten Bussen umher, der Clown. Auch er ist auf der Suche nach einem neuen Zuhause.

Das Stück soll Kinder in der Wahrnehmung ihrer Bedürfnisse und Grenzen stärken. Es macht Grenzübertretungen auf spielerische Weise erlebbar, aber auch die Erfahrung von Vertrauen. Sexueller Missbrauch wird dabei nicht vordergründig als eine Art „Fallstudie“ gezeigt, sondern bildet den Hintergrund für die Entscheidung des Jungen, von seiner Familie wegzugehen. In der  ungewöhnlichen Begegnung mit dem Clown lernt der Junge, wie hilfreich und heilend menschliche
Gemeinschaft sein kann, wie Vertrauen wieder möglich wird.

Der mit dem Fuchs spricht tourte als Stück für zwei Schauspieler mehrere Jahre durch Deutschland und wurde im Dezember 2015 auch als Gastspiel in Gera gezeigt. Nun hat Caren Pfeil das Manuskript für einen Puppenspieler adaptiert, sodass das Stück nicht nur regelmäßig im Spielplan gezeigt werden kann, sondern durch eine Neuinszenierung und den Wechsel des Genres auch eine neue künstlerische und erzählerische Qualität gewinnt.

 


Mediathek

© Fotos: Sabina Sabovic (Die Fotos können für redaktionelle Zwecke und Berichterstattung zum betreffenden Stück honorarfrei genutzt werden. Der/die Fotograf/in muss stets genannt werden.)