Die große Liebe war es nicht - Die Ruth-Brandin-Story

Schauspiel mit Musik
Von Svea Haugwitz und Manuel Kressin
Auftragswerk · Uraufführung

 

„Mich hat noch keiner, nicht einer, beim Twist geküsst.
Weil das sehr schwierig ist beim Twist.“
Ruth Brandin

Ende der 1950er Jahre begann Ruth Brandins (*1940) steiler Aufstieg von der Krankenschwester zum international gefeierten Schlagerstar. Sie war einer der ersten Teenie-Stars der DDR. Über achtzig Titel hat Brandin während ihrer knapp 20-jährigen Karriere produziert. Die Lieder erzählen von der Liebe und den Sehnsüchten einer jungen Generation. Es sind unbeschwerte Texte mit tanzbaren Rhythmen, die der Aufbruchsstimmung jener Jahre entsprechen.

Doch die junge, selbstbewusste Frau eckte immer wieder an, vor allem bei den Staatsorganen. Als man ihr die Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit antrug, lehnte sie dies konsequent ab. Und so wurde ihre Karriere systematisch zerstört, bis sie sich mit ihrem letzten Auftritt 1974 in Gera von der Bühne verabschieden musste. Danach betrieb sie mit ihrem Mann das „Café Nord“ in Berlin und zog sich immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück, bis sie schließlich die DDR verließ.

Ruth Brandins Geschichte zeigt, wie in der DDR kein Lebensbereich von der staatlichen Kontrolle verschont blieb, selbst die scheinbar so apolitische Branche des Schlagers. Es war die freie Entscheidung der Sängerin, sich dem totalitären System zu verweigern.

Theater&Philharmonie Thüringen möchte mit dem Stück die Stärke und Unbeugsamkeit einer Frau würdigen, deren Karriere ruiniert wurde, deren Persönlichkeit aber niemand brechen konnte.