Menschen im Hotel

Schauspiel-Symphonie von Vicki Baum
In einer Bearbeitung von Manuel Kressin
In der Reihe Die goldenen 20er
Ab 16 Jahren

 

„Sehen Sie sich die Leute an! Die haben ja doch kein Gesicht. Alle sind Attrappen miteinander. Sie sind alle tot und wissen’s gar nicht.“
Dr. Otternschlag

Im Berliner Grand Hotel herrscht ein Kommen und Gehen. Die unterschiedlichsten Leute übernachten hier, treffen aufeinander und leben doch aneinander vorbei. Da ist die Primaballerina Grusinskaya, die, einst groß und umjubelt, nun nur noch ein Schatten ihrer selbst ist. Sie lechzt nach Aufmerksamkeit und kann doch in ihrem gegenwärtigen Leben keinen Sinn mehr finden. Da begegnet ihr der Baron Gaigern und sie verbringt eine Liebesnacht mit ihm. Der verarmte Adelige aber hat ursprünglich ganz andere Pläne in dem Hotel verfolgt … Unterdessen trifft der todkranke Buchhalter Kringelein auf den morphiumsüchtigen Dauermieter Dr. Otternschlag. Der eine hungernd danach, die große Welt zu erleben, der andere vom Dasein gelangweilt. Dem Unternehmer Preysing schwimmen unterdessen die Felle weg und er sucht Trost in den Armen der Sekretärin auf Zeit, Fräulein Flamm.
In diesem Hotel treffen Schicksale auf engem Raum aufeinander: Es wird geliebt, gehandelt, gestohlen, geredet und manchmal auch gestorben. Die unterschiedlichsten Menschen betreten durch die Drehtür eine eigene Welt, in der sich ihre Geschichten auf Zeit miteinander verzweigen, um dann wieder auseinanderzugehen.

Der 1929 von Vicki Baum (1888-1960) geschriebene Bestseller-Roman gibt nicht nur Einblick in die Vorgänge hinter verschlossenen Zimmertüren, sondern blickt auch hinter die Fassaden der Gesellschaft. Bereits 1932 lief die erste Verfilmung unter dem Titel Grand Hotel mit einem Staraufgebot in den Kinos und gewann den Oscar als Bester Film. Manuel Kressins Stückfassung spürt der gleichsam komödiantischen, kritischen und tragischen Geschichte nach. Als Schauspiel-Symphonie konzipiert, werden Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera die Inszenierung begleiten.

 


Mediathek

© Fotos: Sabina Sabovic (Die Fotos können für redaktionelle Zwecke und Berichterstattung zum betreffenden Stück honorarfrei genutzt werden. Der/die Fotograf/in muss stets genannt werden.)