Die Schöne und das Biest (ab 6)

Schattentheater in einer Fassung von Lucy Kirkwood und Katie Mitchell; Deutsch von Katharina Schmitt
Ab 6 Jahren

 

„Ach, es ist schade, dass es so hässlich ist; es ist so freundlich!“
Die Schöne

Eigentlich war es ein bescheidener Wunsch, den die jüngste Tochter des Kaufmanns, die Schöne genannt, äußerte: Während ihre Schwestern teure Kleider bestellten, die der Vater von seiner Reise mitbringen sollte, verlangte die Schöne lediglich nach einer Rose. Doch als der Vater auf seiner Heimreise eine Blume pflückt, überfällt ihn ein großes Untier und droht, den Vater umzubringen. Es ist der Garten des Biests, an dem sich der Vater vergriffen hat. Die Bestie gewährt dem Vater nur unter der Bedingung Gnade, dass er im Austausch für sein Leben eine seiner Töchter zu sich auf das Schloss schickt. Die Schöne opfert sich. Doch wie sich herausstellt, ist das Biest ein zuvorkommender Gastgeber und angenehmer Gesprächspartner. Die Schöne würde hier eine angenehme Zeit verbringen, wenn das Biest sie nicht jeden Abend aufs Neue fragen würde, ob sie es liebe.

Das französische Volksmärchen La Belle et la Bête inspiriert seit Mitte des 18. Jahrhunderts Literaten, Maler und Filmemacher. Gabrielle-Suzanne de Villeneuves (1685-1755) schrieb die Geschichte erstmalig 1740 nieder. Jean Cocteau adaptierte 1946 den Stoff als Film, der wiederum die Grundlage der Oper von Philip Glass (1994) bildete. Noch vor der berühmten Disney-Adaption von 1994 erfreute sich bereits der russische Märchenfilm Die feuerrote Blume in der ehemaligen Sowjetunion großer
Beliebtheit. Nun wird das Puppentheater die Geschichte der schönen Tochter und des rauen Biests in Bildern aus Licht und Schatten erzählen. Dabei wird nicht nur nach den Ursprüngen der Liebe dieses ungleichen Paares gesucht, sondern es werden auch die Begrifflichkeiten selbst hinterfragt: Was unterscheidet den Menschen vom Tier? Und: Wer bestimmt, was schön ist?