Liberace - Glitzer, Schampus und Chopin

Ballett von Silvana Schröder
Musik von Frédéric Chopin u. a.   
Uraufführung

 

„Zu viel des Guten ist wundervoll.“
Liberace

Władziu Valentino Liberace (1919-1987), geboren als Sohn polnischer und italienischer Einwanderer in Wisconsin, Vereinigte Staaten von Amerika, war ein musikalisches Wunderkind. Bereits als Sechsjähriger übte er stundenlang Klavier und gab schließlich mit 20 Jahren sein großes Debüt beim Chicago Symphony Orchestra mit Liszts 2. Klavierkonzert. In den 50er Jahren galt er als der schnellste klassische Pianist der Welt.

Doch die Welt der klassischen Musik, obwohl er sie und speziell die Werke des polnisch-französischen Komponisten Frédéric Chopin so sehr liebte, war Liberace nicht genug. Er begeisterte sich in gleichem Maße für Jazz und Pop, für die Broadway-Musicals und für das verlockende Glitzern des Show-Business. So ernannte sich Liberace selbst zum „Mr. Showmanship“ und eroberte erst das Fernsehen und dann Las Vegas. Sein ausschweifendes Leben, seine extravaganten Auftritte – in einem Chinchillapelz mit langer Schleppe, in diamantenbesetzten Anzügen oder in einem verspiegelten Rolls-Royce, mit dem er sich auf die Bühne fahren ließ – und nicht zuletzt die Gerüchte um seine Sexualität hielten die Presse in Atem.

Das schillernde, überraschende und tragische Leben des Ausnahmepianisten Liberace, dessen beeindruckendes Schaffen die Unterscheidung zwischen ernster und unterhaltender Kunst ad absurdum führt, inspiriert Silvana Schröder zu einem neuen biografischen Ballett. Begleitet von einem Live-Pianisten und zu einer Musikauswahl von Klassik, Jazz, Pop und Broadway-Hits spürt das Thüringer Staatsballett der faszinierenden Persönlichkeit dieses Mannes nach, der im Alter von 67 Jahren an den Folgen von AIDS verstarb.