3. Philharmonisches Konzert 2017/18

Zum Reformationsjahr 2017
In der Reihe Vom Himmel hoch – Glaube und Gesellschaft

 

„Die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeigekommen.
So laßt uns ablegen die Werke der Finsternis und
anlegen die Waffen des Lichts.“
Aus Lobgesang von Felix Mendelssohn Bartholdy

  • Johann Sebastian Bach (1685-1750)/ Anton Webern (1883-1945): Fuga (Ricercata) a 6 voci aus Musikalisches Opfer BWV 1079
  • Joseph Joachim Raff (1822-1882): Ouvertüre Ein feste Burg ist unser Gott op. 127
  • Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Sinfoniekantate Lobgesang op. 52 für Soli, Chor und Orchester

Martin Luther rückte den Gemeinde- und Chorgesang ins Zentrum des Gottesdienstes und schuf so die Voraussetzungen für Bachs spätere Tätigkeit als Kantor und Organist. Durch das Werk Bachs wiederum sind fast alle Luther-Lieder heute noch bekannt. Das Musikalische Opfer ist eine berühmte Sammlung kunstvoller, meist kontrapunktischer Sätze. Kernstück ist das sechsstimmige Ricercar, dessen altertümlicher Name eine Vorform der Fuge bezeichnet. Webern hat das ursprünglich für Cembalo konzipierte Stück 1935 für Orchester bearbeitet. Dabei kreierte er eine eigene Lesart der Komposition: „Meine Instrumentation versucht, den motivischen Zusammenhang bloß zu legen. Das war nicht immer leicht. Natürlich will sie darüber hinaus andeuten, wie ich den Charakter des Stückes empfinde.“

Wenige Kirchenlieder erfreuen sich derartiger Berühmtheit wie „Ein feste Burg ist unser Gott“, dessen Musik und Text von Martin Luther stammen. Nicht nur aufgrund dieser Autorschaft ist es untrennbar mit Luthers Kirchenreform verbunden – Heinrich Heine nannte es gar die „Marseiller Hymne der Reformation“. Die einprägsame Melodie fand Eingang in zahlreiche Kompositionen, so in das „heroisch-dramatische Tonstück in Ouvertürenform“, wie es Raff selbst bezeichnete. Mit seiner romantischen Tonsprache ist das Stück eine reizvolle Variation des traditionellen Chorals.

Eine Einordnung von Mendelssohns einzigartiger Komposition Lobgesang in eine bestimmte Gattung fällt denkbar schwer; sie wird sowohl als seine zweite Sinfonie wie auch als Sinfoniekantate bezeichnet. Entstanden anlässlich des 400-jährigen Jubiläums der Erfindung des Buchdrucks, beginnt das Werk mit drei instrumentalen Sätzen. Darauf folgt eine Kantate auf Bibeltexte, die der Komponist selbst zusammenstellte. Dabei waren ihm drei Themen besonders wichtig: das Lob Gottes, Gottes Treue sowie der Aufstieg des Volks Gottes aus dem Dunkel ins Licht.