Rigoletto

Oper in drei Aufzügen
Libretto von Francesco Maria Piave nach dem Drama Le Roi s’amuse von Victor Hugo
Musik von Giuseppe Verdi
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

„La donna è mobile qual piuma al vento.“
(Die Frau ist launisch wie Federn im Wind).
Herzog von Mantua

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Der bucklige Hofnarr Rigoletto verspottet zynisch seine Mitmenschen, sehr zur Freude seines lüsternen Dienstherren, des Herzogs von Mantua. Graf von Monterone, dessen Tochter jüngst Opfer des Herzogs geworden ist, schwört Rache.
Rigoletto, der wegen seiner Behinderung zum Außenseiter wurde, versucht, seine geliebte Tochter Gilda vor der Öffentlichkeit und den Ränkespielen bei Hofe zu verbergen und zu schützen. Als er von deren Liaison ausgerechnet mit dem Herzog erfährt, verliert Rigoletto jeglichen Halt. Er wendet sich an den Auftragsmörder Sparafucile und verlangt den Tod seines Dienstherren. Gilda versucht verzweifelt, den Herzog zu retten. Wie vereinbart übergibt Sparafucile Rigoletto nach der Tat den Sack mit dem Leichnam, in dem dieser den toten Herzog vermutet.
Zwischen Karneval, Leben und Tod hat Giuseppe Verdi (1813-1901) eine groteske Welt gezeichnet. Das Meisterwerk zeigt, was es heißt, aus der Gesellschaft ausgegrenzt zu sein, und wie Rache Liebe zerstört. Bereits 1851 uraufgeführt, trifft Rigoletto noch immer den Nerv der Zeit. Kay Kuntzes opulent bebilderte Inszenierung schafft Freiräume für Assoziationen, anstatt das Geschehen konkret zu verorten.

 



Rezensionen

Verdi im "Bunny Club Gera" · Ostthüringer Zeitung 30. 11.15

Vor einem animierten Publikum setzte Intendant Kay Kuntze Verdis geniales Spitzenwerk mit beträchtlichem Unterhaltungswert in Szene ... Es waren gerade die frenetischen Momente der heute erst recht aktuellen Tragödie, die Kay Kuntze fesselten.. Die hier zur Gänze unbeschreibliche Action gipfelt in einem Coup unsichtbaren Theaters. Dieser „Rigoletto“ erfüllt alle Voraussetzungen zum Musiktheater-Blockbuster.

Roland H. Dippel

Eine Endzeit-Vision der Liebe · TLZ 1.12.15

Im Orchestergraben lässt Generalmusikdirektor Laurent Wagner sehr straffe Tempi walten, mannhaft entsagt er jeglicher gefühlsduseliger Rubato- und Schmachtkantilenenkultur. Doch hat er das Philharmonische Orchester Gera/Altenburg perfekt einstudiert, begleitet die Sängersolisten, ihnen Sicherheit schenkend, mit größter Aufmerksamkeit und gibt damit ein Exempel für die kapellmeisterliche Kunst alter Schule. Hörbar hat sich der Klangkörper unter seiner Ägide konsolidiert .... Duncan Haylers Bühnenbilder und Kostüme verströmen ein fröstelndes Faszinosum, und Kay Kuntzes handwerklich virtuose Lichtregie und Personenführung unterstreicht diese Wirkung kongenial... In der Premiere gab es reichlich Szenenbeifall und einen langen, stehenden Schlussapplaus zum Dank.

Wolfgang Hirsch

Bizarre Tragödie eines Ausgestoßenen · Opernnetz.de

Generalintendant Kay Kuntze hat in Gera zum ersten Mal Verdis Rigoletto auf die Bühne gebracht und dabei für mächtigen Gesprächsstoff gesorgt. Sein Rigoletto ist die bizarre Tragödie eines Ausgestoßenen, dessen Vorstellungen von Moral und Ehre nur für seine im Versteck lebende Tochter Gilda gilt, aber nicht für sein übriges Handeln als willfähriger Komplize des Herzogs von Mantua. Rigoletto ist bei Kuntze ein schwarzes Nocturne ... Kuntze und seinem Ensemble ist mit dieser Produktion ein bemerkenswerter und sicher nachhaltiger Erfolg gelungen, über die man noch lange reden wird.

Andreas H. Hölscher

Der Narr macht den Herzog scharf · Freie Presse 2.12.15

Kuntzes Konzept wird in Gera mit Verve umgesetzt. Das Ensemble leistet Großartiges, kann sich bis in alle Nebenrollen hinein sehen und hören lassen ... Laurent Wagner am Pult zeichnet sich als so erfahrener wie glutvoller Verdi-Interpret aus, weiß das Tempo hochzuhalten. Chor und Orchester erreichen auch in anderen Belangen ein ansprechendes Niveau und verströmen eine facettenreiche, wuchtige Dramatik, die die Solisten wunderbar trägt.

Volker Müller

Rigoletto in Gera · Das Opernglas 1/2016

Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera unter Leitung seines GMD Laurent Wagner interpretierte sehr engagiert die vielschichtig strukturierte Anlage der Partitur. Der Orchesterklang blieb in den Arien und Ensembles stets begleitend und unterstrich zum Vorteil der Sänger auf der Bühne und hinsichtlich Verdis Absichten auch angemessen. Der Opernchor (Einstudierung: Holger Krause) war klangschön und homogen. Bravorufe für die Sänger nach den Arien und Ensembles, zum Schluss viel und langanhaltender Applaus.

T. Kliche

Finsternis, Dämonen, Liebe und Sex · Osterländer Volkszeitung 21.12.16

„Aber schlüssig ist alles vom Anfang bis zum Ende, wenn auch manches ungewohnt... Herausgekommen ist eine Inszenierung von überzeugender Wucht, an der alles stimmt. Das Musikalisch-Gesangliche erreicht ein Niveau, das einfach beglückt und eigentlich schon zum Standard an diesem Theater geworden ist...Das alles bewirkt ein Gesamtkunstwerk, das schon an Vollkommenheit grenzt. Wohl dem Theater, das sich so etwas leisten kann.“

Manfred Hainich

Mediathek

© Fotos: Sabina Sabovic (Die Fotos können für redaktionelle Zwecke und Berichterstattung zum betreffenden Stück honorarfrei genutzt werden. Der/die Fotograf/in muss stets genannt werden.)