Der Freischütz

Oper in drei Abteilungen
Libretto von Johann Friedrich Kind
Musik von Carl Maria von Weber [2 Std. 45 Min., 1 Pause]

 

„Sechse treffen, aber die siebente gehört dem Bösen!“
Kilian


Videobeitrag von TV-Altenburg

Nur ein einziger Probeschuss trennt den Jägerburschen Max von seinem großen Glück: Wenn ihm dieser perfekt gelingt, wird ihm vom Erbförster Cuno die Hand seiner geliebten Agathe gewährt. Obwohl Max ein guter Schütze ist, scheint ihn sein Können gerade jetzt zu verlassen. Um den Teufelskreis aus Angst und Versagen zu durchbrechen, sucht er sich Hilfe bei dem Jäger Caspar. Der rät ihm, des Nachts in der Wolfsschlucht beim schwarzen Jäger Samiel sieben Freikugeln zu gießen. Doch der Pakt mit dem Teufel will ein bitteres Ende nehmen.
Seit seiner Uraufführung 1821 gilt Carl Maria von Webers (1786-1826) Freischütz als Inbegriff der deutschen romantischen Oper. Der Wald als Handlungsraum ist zugleich ein Ort fröhlichen Jagdtreibens und geheimnisvoller, bedrohlicher Mächte. So bewegt sich die Musik zwischen volkstümlicher Heiterkeit und dämonischer Finsternis.
Der Wahlwiener Bruno Berger-Gorski inszenierte bereits auf vier Kontinenten mehr als 90 Musiktheaterwerke. Seine Regietätigkeit führte ihn u. a. an das Gran Teatre del Liceu in Barcelona, das Nationaltheater Prag, die Vest-Norges Opera Bergen, das Teatro Colon in Buenos Aires, das Amazonastheater in Manaus sowie die Florida Grand Opera in Miami.

 


Rezensionen

Eine Prise Black Rider und irre viel Spannung · Leipziger Volkszeitung 6.6.16

Nur langsam nimmt der Geräuschpegel im Zuschauerraum ab. Geduldig wartet Generalmusikdirektor Laurent Wagner gelassenen Blicks ins junge Publikum, erst dann schwellen erste Akkorde. Es ist 10 Uhr am Morgen. Im Theater Altenburg spielt man den „Freischütz“... Das Durchschnittsalter ist um die 12, 13 Jahre. Webers Prototyp der romantischen Oper in voller Länge wie in den Abendvorstellungen seit der Premiere am 22. Mai. Haben der Dualismus von Himmel und Hölle, die verzopften Dialoge und die fragwürdige Liebesgeschichte eine Chance gegen Konsumwut, Mediensucht, Aufmerksamkeitsdefizit? Und wie! Beredte Stille sogar in den langen neun Minuten der Agathe-Arie mit dem berühmten „Leise, leise“. Anne Preuß und das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera musizieren hochkonzentriert, jede Note und jede Silbe sitzen. Mein türkischer Sitznachbar reißt die Augen weit auf und stört sich nicht an den mit umfänglicher Detailfreude vorgeführten Selbstbestrafungsmöglichkeiten des Christentums. „Den Schülern habe ich das anhand von ‚Black Rider‘ erklärt“, sagt Musiklehrer Knut Kielmann von der Bonhoeffer-Regelschule in Altenburg, der mit zwei siebten Klassen gekommen ist.... Kai Wefer als Kaspar mit Rückenstriemen und blutbeschmierten Oberkörper ist Favorit, aber auch sonst lautet das einhellige Urteil: „Suuuuper!“

Roland H. Dippel

Musik und Regie gehen nicht immer Hand in Hand - OTZ 1. Nov. 2016

Die renommierten Regie-Gäste rufen die tatsächliche Freischütz-Geschichte in Erinnerung, die Weber und sein Librettist Johann Freidrich Kind seinerzeit Obrigkeit und Saal angeblich nicht zuzumuten wagten. Danach kam die Erbförsterstochter durch den Probeschuss ums Leben und der Unglücksschütze landete hernach in einer Anstalt. Letztere Situation ist in der Geraer Inszenierung die Gegenwart; die bekannte Opernhandlung findet in der Erinnerung von Max statt, der das Erlebte zu bewältigen sucht. Dieses Konzept, das das Ensemble des Hauses Altenburg -Gera hingebungsvoll umsetzt, ist bedenkenswert. ... Das Orchester verstömt - dabei im Ton wunderbar schlank und grazil bleibend - romantische Klangpracht pur.

Volker Müller

Düsteres Spiel mit den Vorboten des Unheils - Thür. Landeszeitung 24. Mai 16

Hat Andrea Moses gerade in Weimar mit ihrer Deutung eine Diagnose sowohl der jüngeren Vergangenheit, als auch der zu befürchtenden nächsten Zukunft versucht, so sind es jetzt in Altenburg die Kriegstraumata, die den Frieden vergiften. Genau bei diesem Kern des Stückes setzten jetzt Regisseur Bruno Berger-Gorski und Ausstatter Knut Hetzer an.

Dr. Joachim Lange

Aktuelles Musiktheater - Das Opernglas 12/2016

Hans-Georg Priese singt und spielt einen authentischen Max mit hellem Klang und weicher Intonation. Kai Wefer gibt einen kernigen Kaspar und der Eremit und Samiel in Personalunion von Ulrci Burdack punktet mit kräftiger Stimmführung.

S. Barnstorf

Mediathek

© Fotos: Sabina Sabovic (Die Fotos können für redaktionelle Zwecke und Berichterstattung zum betreffenden Stück honorarfrei genutzt werden. Der/die Fotograf/in muss stets genannt werden.)