6. Philharmonisches Konzert 2017/18

  • Fr 16.03.2018 / 19:30 Uhr
    Großes Haus Altenburg

 

„O wende, wende Deinen Lauf -
Im Thale blüht der Frühling auf!“
Aus dem Frühlingsgedicht von Adolf Böttger

  • Igor Strawinsky (1882-1971): Le sacre du printemps (Das Frühlingsopfer)
  • Robert Schumann (1810-1856): Sinfonie Nr. 1 B-Dur op. 38 Frühlingssinfonie

Die Uraufführung von Strawinskys Ballett Frühlingsopfer. Bilder aus dem heidnischen Russland 1913 in Paris war einer der größten Theaterskandale des 20. Jahrhunderts. „Das Theater schien von einem Erdbeben heimgesucht zu werden“, schrieb die Journalistin Valentine Gross. Dafür verantwortlich waren sowohl die provozierende Handlung als auch die innovative Choreografie von Waslaw Nijinsky und die hochartifizielle Musik. Heute wird die Komposition Strawinskys jedoch kaum als Provokation empfunden, vielmehr gehört das Stück zu den beliebtesten Werken des klassischen Konzertprogramms. In zwei Teilen – Die Anbetung der Erde und Das Opfer – beschreibt Strawinsky das heidnische Ritual des Blutopfers: „Als ich in Petersburg die letzten Seiten des Feuervogels niederschrieb, überkam mich eines Tages die Vision einer großen heidnischen Feier – alte weise Männer sitzen im Kreis und schauen dem Todestanz eines jungen Mädchens zu, das geopfert werden soll, um den Frühlingsgott gnädig zu stimmen.“

Den Impuls für Schumanns 1. Sinfonie gab das Frühlingsgedicht seines Zeitgenossen Adolf Böttger. Die Musik ist von einer überschäumenden Lebensfreude geprägt. Dass Schumanns Geist bei der Arbeit an diesem Werk nur so vor Inspiration gesprüht haben muss, belegt die Tatsache, dass er die Partiturskizze in gerade mal vier Tagen komponierte: „Ich schrieb die Sinfonie, wenn ich sagen darf, in jenem Frühlingsdrang, der den Menschen wohl bis in das höchste Alter hinreißt und in jedem Jahr von neuem überfällt. Schildern, malen wollte ich nicht; dass aber eben die Zeit, in der die Sinfonie entstand, auf ihre Gestaltung, und dass sie grade so geworden, wie sie ist, eingewirkt hat, glaube ich wohl“ (Robert Schumann).