7. Philharmonisches Konzert 2017/18

 

„Meine Sprache versteht die ganze Welt.“
Joseph Haydn

  • Robert Fuchs (1847-1927): Serenade Nr. 3 e-Moll op. 21
  • Joseph Haydn (1732-1809): Cellokonzert Nr. 1 C-Dur Hob. VIIb:1
  • Antonín Dvořák (1841-1904): Streicherserenade E-Dur op. 22

Sein Spitzname „Serenaden-Fuchs“ verrät bereits, welche Gattung dem österreichischen Komponisten Robert Fuchs besonders lag. Dieses Talent brachte ihm die Anerkennung der Kollegen ein: „Fuchs ist doch ein famoser Musiker, alles ist so fein und so gewandt, so reizvoll erfunden! Man hat immer seine Freude daran“ (Johannes Brahms). Sein kompositorischer Stil schlägt eine Brücke von der Spätromantik zu den tonalen Kompositionen in der Zeit nach dem I. Weltkrieg. Seine Serenaden begeistern v. a. durch ihre melodischen Einfälle sowie seine versierte Variations- und Instrumentationstechnik.

Das erste Cellokonzert von Joseph Haydn galt lange als verschollen und wurde erst 1961 im Tschechischen Museum für Musik wiederentdeckt. Seitdem erfreut es sich wieder größter Beliebtheit. Entstanden um 1763, trägt das Konzert noch stark spätbarocke Züge, wie den auffälligen, blockartigen Wechsel zwischen Solist und Orchester. Eine bemerkenswerte Herausforderung ist die überwiegend hohe Lage des Soloparts, die alle virtuose Kunst des Spielers verlangt und gleichzeitig den mitreißenden Charakter des Stücks auszeichnet.

Dvořáks Streicherserenade E-Dur ist ein Glanzpunkt seines kammermusikalischen Œuvres. Voll schlichter Schönheit bezaubern die böhmischen Melodien und lassen weite grüne Wiesen oder dichten grünen Wald vor dem inneren Auge entstehen. Die Freude des Komponisten ist unüberhörbar. Das Werk scheint dem etymologischen Ursprung der Serenade zu huldigen, dem italienischen Wort „sereno“, das einen heiteren und wolkenlosen (Abend-) Himmel beschreibt.

Das Reußische Kammerorchester besteht seit 1960 aus Musikern des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera und erlangte v. a. durch seine regelmäßigen Auftritte in der Dresdner Frauenkirche sowie zahlreiche Rundfunkübertragungen und CD-Produktionen überregionale Anerkennung.

Nico Treutler ist seit 2013 Erster Solocellist des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera.

Videobeitrag zur Orchesterprobe mit Interview