8. Philharmonisches Konzert 2018/19

 

Wolfgang Rihm (*1952): Schattenstück
Robert Schumann (1810-1856): Konzertstück F-Dur op. 86 für vier Hörner und Orchester
Ludwig van Beethoven (1770-1827): Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92

„Musik ist die höhere Potenz der Poesie.“
Robert Schumann

Wolfgang Rihm schuf mit seinem Christof Prick gewidmeten Tongemälde Schattenstück (1984) eine musikalische Hommage an den Dänen Per Kirkeby. Darin vertonte der Karlsruher Komponist jedoch kein konkretes Werk, sondern suchte eine klingende Entsprechung für die Maltechnik des zeitgenössischen Künstlers. Ähnlich progressiv ist seine Methode, die Komposition nach ihrer Vollendung in sieben Abschnitte zu „zerstückeln“.
Aus einem Guss ist hingegen das Konzertstück für vier Hörner von Robert Schumann. Am 25. Februar 1850 im Leipziger Gewandhaus uraufgeführt, gilt es als eine seiner ungewöhnlichsten und zugleich wundervollsten Kompositionen. Er beschrieb es selbst als „etwas ganz curioses“ und tatsächlich ist der Einsatz eines solchen Solistenquartetts zu dieser Zeit einzigartig.
Das Ergebnis ist ein farbenfrohes und glanzvolles Klangbild, das in unseren Konzerten von dem Leipziger Hornquartett präsentiert wird. Das Ensemble existiert bereits seit 1951 und ist damit das älteste aktive Hornquartett der Welt. Die verschiedenen Musiker waren und sind bis zum heutigen Tag Hornisten des Rundfunk-Sinfonieorchesters Leipzig bzw. des MDR Sinfonieorchesters.
Schumann war gerade eineinhalb Jahre alt, als Ludwig van Beethoven 1811/12 an seiner 7. Sinfonie arbeitete. Dieser befand sich auf dem Höhepunkt seines Ruhms, doch gleichzeitig verschlimmerte sich sein Hörverlust zunehmend. So notierte er für sich: „Baumwolle in den Ohren am Klawier benimmt meinem Gehör das unangenehm Rauschende.“ Nichtsdestotrotz ist die Sinfonie in A-Dur ein grandioser Ausdruck von Freude und Lebensbejahung. Theodor W. Adorno beschrieb sie gar als „die Sinfonie par excellence“.
Christof Prick, zuletzt Chefdirigent des Beethoven Orchesters Bonn, dirigiert regelmäßig an Häusern wie der Wiener Staatsoper, Deutschen Oper Berlin, Hamburgischen Staatsoper, Semperoper Dresden oder Metropolitan Opera in New York.