bewegte.bauhaus.bilder

Zum Bauhausjahr

 

Wassily Kandinsky (1866-1944)/ Modest Mussorgsky (1839-1881): Bilder einer Ausstellung
Mechanisches Ballett nach Kurt Schmidt (1901-1991)
In Kooperation mit der Bauhaus-Universität Weimar

Im Jahr 1928 schuf Wassily Kandinsky für das Friedrich-Theater Dessau eine Bühnenadaption von Modest Mussorgskys Bilder einer Ausstellung. Mussorgsky hatte den Klavierzyklus 1874 nach Gemälden und Zeichnungen seines verstorbenen Malerfreundes Viktor Hartmann komponiert. Der Bauhauskünstler und Synästhetiker Kandinsky war von der Möglichkeit überzeugt, Farben zu hören und vice versa beim Hören von Musik Farben und Formen zu sehen. So schuf er zu Mussorgskys Programmusik mithilfe von Licht, Farbe und Form eine ganz neue Art abstrakter, bewegter Malerei. Karoline Hoffmanns visuelle Rekonstruktion macht die historische Inszenierung knapp 90 Jahre später wieder erlebbar.
Das Mechanische Ballett des Bauhaus-Studenten Kurt Schmidt gehört zu den innovativsten Ballettstücken des 20. Jahrhunderts. Schmidt versuchte 1923, dem „technischen Gepräge der Zeit [...] neue tänzerische Ausdrucksmöglichkeiten“ zu verleihen und das Prinzip des Maschinellen, d. h. Standardisierung und Monotonisierung, auf den Tanz zu übertragen. Formale Idee des Mechanischen Balletts war es, dynamische Bilder zu schaffen, indem abstrakte Gefüge losgelöst von der Bildkomposition in Bewegung dargestellt wurden. Dabei wird die Bühne als zweidimensionale Fläche behandelt, auf der sich in verschiedenen Rhythmen tänzerische Mechanismen bewegen, die permanent neue Bilder hervorbringen. Der Mensch ist in diesem Zusammenhang vor allem „Vermittler abstrakter Formenbilder“; er soll „einem bunten, reinen Formenspiel Platz machen.“ Das Maschinelle dient dabei nicht nur als Gestaltungsprinzip und formales Vorbild, sondern fließt in die Bewegungsarbeit der Tänzer ein. Schmidts Mechanisches Ballett ist der Ausgangspunkt einer zeitgemäßen Inszenierung, welche seine innovativen gestalterischen Ideen ins Heute überführt.

Musik: Ensemble für intuitive Musik
Tanz, Bühne, Kostüme: Studierende der Bauhaus-Universität Weimar
Dramaturgie, Wissenschaftliche Beratung: Dr. Claudia Tittel, Anne-Christin Martz, Felix Eckerle


Ausstellungen zum Bauhausjahr

Das Bauhaus – Grafische Meisterwerke von Klee bis Kandinsky
24. Februar bis 19. Mai 2019
Lindenau-Museum Altenburg

Intermediale Experimente am Bauhaus
Kurt Schmidt und die Synthese von Musik, Tanz und Bildender Kunst

22. März bis 9. Juni 2019
Kunstsammlungen Gera Orangerie