Die Passagierin

Oper in 2 Akten, 8 Bildern und einem Epilog
Libretto von Alexander Medwedew
nach der gleichnamigen Novelle von Zofia Posmysz
Musik von Mieczysław Weinberg
Mehrsprachig mit deutschen Übertiteln
In der Reihe Wider das Vergessen
Zum 100. Geburtsjahr des Komponisten

 

„Ich war eine ehrliche Deutsche. Ich bin stolz, denn ich habe meine Pflicht getan!“
Lisa

Im Jahr 1960 begeben sich der bundesdeutsche Diplomat Walter Kretschmar und seine Frau Lisa an Bord eines Ozeandampfers, der sie nach Südamerika bringen soll. Bei einem Spaziergang auf dem Deck fährt Lisa plötzlich der Schrecken in die Glieder, meint sie doch in einer anderen Passagierin Martha wiederzuerkennen, ehemals jüdische Gefangene im KZ Auschwitz. Dort war Lisa einst als Aufseherin tätig gewesen. Böse Erinnerungen ergreifen sie. Walter jedoch weiß nichts von der dunklen Vergangenheit seiner Gattin.

Die Oper handelt von Schuld und der Unmöglichkeit ihrer Verdrängung, aber auch von der Verantwortung nachfolgender Generationen, die Erinnerung an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte wachzuhalten. Zugleich geht es um die zeitlose Kraft der Liebe und der Musik.

Mieczysław Weinberg (1919-1996) komponierte Die Passagierin 1968 nach dem Roman der polnischen Auschwitz-Überlebenden Zofia Posmysz (*1923). Der mit Weinberg eng befreundete Dmitri Schostakowitsch befand: „Ich werde niemals aufhören, mich für Weinbergs Oper zu begeistern. […] jedes Mal begriff ich mehr von der Schönheit und Größe dieser Musik. Sie ist ein Meisterwerk, perfekt in Form und Stil.“

Die szenische Uraufführung 2010 in Bregenz fand international große Beachtung; in Ostthüringen wird die bislang fünfte Inszenierung der Passagierin zu erleben sein.