Die Schöne und das Biest (ab 6)

Schattentheater nach dem französischen Volksmärchen
Von Lucy Kirkwood und Katie Mitchell
Deutsch von Katharina Schmitt
Ab 6 Jahren

 

„Ach, es ist schade, dass es so hässlich ist; es ist so freundlich!“
Die Schöne

In Frankreich gab es einst einen Prinzen, der von einer Fee in ein schreckliches Biest verwandelt wurde. Erlösung kann er nur durch die Liebe einer Frau finden. Jahrelang lebt das Biest einsam und zurückgezogen in seinem verwunschenen Schloss, bis es eines Tages einen alten Mann in seinem Garten beim Stehlen einer Rose ertappt. Das Biest überwältigt den Dieb und droht ihn umzubringen, wenn er nicht seine Tochter Belle auf sein Schloss kommen lässt. Belle war es auch, die sich von ihrem Vater die Rose als Geschenk gewünscht hat. Fortan lebt Belle gemeinsam mit dem Biest. Doch welch wundersame Räume und schöne Gärten entdeckt sie auf dem Anwesen! Jeder Wunsch wird ihr erfüllt und wie sich herausstellt, ist auch das Biest ein angenehmer Gesprächspartner. Die Schöne würde hier eine unbeschwerte Zeit verbringen, wenn das Biest sie nicht jeden Abend aufs Neue fragen würde, ob sie es liebe …

Lucy Kirkwoods und Katie Mitchells spielfreudige Fassung erzählt nicht nur die Geschichte der schönen Tochter und des rauen Biests, sondern lässt darüber hinaus die Erzählerfiguren Cécile und Mister Pink ihre ganz eigene, humorvoll-charmante Liebesgeschichte erfahren. Stefan Wey, der u. a. bereits Die große Reise und Verbrechen am Puppentheater inszenierte, schöpft in dieser Inszenierung die Möglichkeiten des Schattentheaters aus: Mit zweidimensionalen Schablonen lässt er tiefschichtige Welten entstehen, durch welche die Taschenlampe gleich einer Kamera fährt und unerwartete Perspektiven schafft. So wird das Schloss erkundet, es erblühen dichte Rosengärten und letztlich auch die Liebe zwischen Belle und dem Biest.

 


Rezensionen

Schatten, Schalk und Schönheit - OTZ 19.3.18

Eine Steilvorlage für Regisseur Stefan Wey, der mit dem Geraer Team eine bunte, fröhliche Feenwelt mit einer romantischen Schattenwelt vereint. Jedes Detail, jede Geste, jeder Ton sind in der neuen Inszenierung so fein und klug gearbeitet, dass die knappe Stunde wie im Flug vergeht. Mit Figuren und Licht, mit realen Objekten und den Schatten der Spieler wird die Geschichte von Belle und dem verwunschenen Prinzen erzählt. Christian Werdin (Bühne und Puppen) spielt mit Größen und Farben, kaum etwas wird versteckt und die Fantasie darf mitmischen. Magisch, wie ein großes Insektenorchester (Musik: Udo Hemmann) aus einem kleinen bunten Kinderkoffer ertönt. Schwarz und weiß und kunterbunt – ein nächtliches Schloss, das haarige Biest, die langhalsige Schöne, der verirrte Wanderer, Sterne und Trauben und Wein... Chapeau – mit der neuen Inszenierung zeigt das Geraer Puppentheater eine weitere Facette seines großen Könnens.

Angelika Bohn

Mit Feenstaub ins Schattenreich - Neues Gera 24.3.18

Wey schafft eine eigenwillige zauberhafte Märchenschattenshow, die auch den Feenprotagonisten vom Sternbild Kassiopeia, dem Feenreich, ein witziges aber glückliches Ende verheißt. Geeignet für Zuschauer ab 6 Jahren, aber auch Erwachsene werden ihre Freude daran haben.

Helga Schubert

Mediathek

Fotos: Ronny Ristok