Die verkaufte Braut

Komische Oper in drei Akten
Libretto von Karel Sabina
Musik von Bedřich Smetana
Deutsch von Kurt Honolka

[2 Std. 50 Min., 1 Pause]

  • So 14.10.2018 / 14:30 Uhr
    Großes Haus Altenburg

 

„Für diesen Preis, jetzt hört und schaut,
verkauft der Mensch die eigne Braut.“
Kecal

>>> Beitrag von TV Altenburg

Marie und Wenzel sollen gemäß dem Wunsch ihrer Väter heiraten. Kruschina und Micha wollen mit der arrangierten Ehe Erbe und Wohlstand der beiden sichern. Nachdem Michas erstgeborener Sohn als verschollen gilt, erscheint der naive Wenzel dem alten Kruschina als der ideale Schwiegersohn. Doch Marie setzt sich gegen den Plan ihres Vaters zur Wehr, liebt sie doch den Knecht Hans. Der Heiratsvermittler Kecal versucht, Hans umzustimmen. Der Außenseiter willigt scheinbar gegen Zahlung einer hübschen Summe ein und sagt sich von der Enttäuschten los. Er stellt allerdings die Bedingung, dass nur ein Sohn Michas Marie zur Frau nehmen dürfe. Dieser obszöne Handel wird von der empörten Dorfgesellschaft missbilligt und Marie ist zutiefst gekränkt. Doch dann gibt sich Hans als Michas erstgeborener Sohn zu erkennen. Mit ihrer Liebesheirat sichern sich Marie und Hans auch das Erbe. Die bestehende Ordnung gerät ins Wanken …

1866 in Prag uraufgeführt, gilt Die verkaufte Braut als eine zugleich komödiantische wie doppelbodige Buffo-Oper, die zu den beliebtesten ihres Genres überhaupt zählt. Das Meisterwerk Bedřich Smetanas (1824-1884) besticht durch seine böhmische Volkstümlichkeit, Melodienreichtum und eine farbige Instrumentation.

 


Rezensionen

"Die benutzte Braut" - Smetana-Premiere als perfides Satyrspiel - nmz online

Hinter der bunt frisierten „Volksoper“ blitzt es geistesgewandt.

Roland H. Dippel

Bier, Geiz und Gier - Ostthür. Zeitung

Kay Kuntze dekonstruiert Smetanas feine Ouvertüre mit einem Verbrechen, von dem aus der Verkauf der Braut nur noch der Punkt auf dem I ist. Bevor der Bräutigam Marie für 300 Taler verhökert, hat ihr Vater sie längst als Pfand für seine Spielsucht missbraucht. Was alle wissen, aber keinen empört. Was zur Folklore gehört wie der Brauch, bei Bier und Tanz fröhlich Kirchweih zu feiern. Diese Geschichte um missbrauchtes Vertrauen ist kein bisschen neckisch und komisch schon gar nicht. Im Gegenteil, Bosheit und Gier, Schadenfreude und Gewalt geben sich offen und unverblümt die Ehre. Sie sind gesellschaftlicher Konsens und Marie und Wenzel ihre Opfer. Mit Irene Suhr hat die Inszenierung eine Frau für Bühne und Kostüme gefunden, die diesen Ansatz kongenial und sinnlich ausführt....

Angelika Bohn

Mediathek

Fotos: Ronny Ristok