Geliebtes Klärchen

Eine Collage von Kay Kuntze
Musik und Texte von Clara und Robert Schumann sowie Friedrich Wieck
Zum 200. Geburtsjahr von Clara Schumann

  • Fr 19.04.2019 / 14:30 Uhr
    Großes Haus Altenburg

 

„Meine Clara wird eine gute Klavierspielerin werden.“
Friedrich Wieck

In Clara Schumanns Biografie spielt Ostthüringen immer wieder eine entscheidende Rolle: Im September 1824 wurde Clara Wieck in Altenburg abgeholt, um fortan bei ihrem Vater Friedrich Wieck in Leipzig zu leben. Der Klavierhändler und Musikpädagoge hatte seine getrennt lebende Frau Marianne auf Herausgabe der Tochter unmittelbar nach ihrem fünften Geburtstag verklagt. Von nun an beginnt in Leipzig Claras intensive pianistische Ausbildung, die bald Erfolge zeigt: Mit neun Jahren gibt sie erste Konzerte in Altenburg und ihr Debüt im Leipziger Gewandhaus; in den folgenden Jahrzehnten avanciert sie zu Europas bedeutendster Pianistin. Während Friedrich Wieck alles aufgibt, um sich voll und ganz der Karriere seiner Tochter zu widmen, hat diese im Jugendalter nicht mehr nur Musik im Kopf. Robert Schumann, ebenfalls Klavierschüler ihres Vaters, umgarnt sie. Es entwickelt sich eine musikalisch-erotische Beziehung. Heimlich treffen sich Clara und Robert im Altenburger Gasthof „Stadt Gotha“. Doch ihre Liebe zueinander bleibt nicht lange verborgen. Der Vater befindet Schumann für nicht passend und versucht die Beziehung zu unterbinden. Clara jedoch setzt sich gegen den Willen ihres Vaters in einem Eheprozess durch. Die hart erkämpfte Ehe entwickelt sich aber völlig anders, als erwartet ...
Die schicksalhafte Geschichte des berühmten deutschen Musikerpaares verläuft rasant – ein Reigen aus Liebesrausch und Abstürzen, künstlerischen Triumphen und Misserfolgen, Ideal und Alltag, Abhängigkeiten und Distanzierungen. Die spannungsgeladenen Beziehungen Claras zu ihrem Vater wie zu ihrem Ehemann faszinieren die Menschen bis heute.
Kay Kuntzes Collage aus Briefen, Eheprozessprotokollen, Kritiken, Notizen, Ehetagebuch-Eintragungen, Musikstücken und Liedern von Clara und Robert Schumann sowie Friedrich Wieck entwickelt die komplexe Dreierbeziehung zu einem veritablen Bühnendrama.

>>> Beitrag von TV Altenburg

 


Rezensionen

Eine musikalisch-dramatische Liebesgeschichte

„Die bekannteste Liebesgeschichte der deutschen Musikgeschichte (...) stellt Kay Kuntze auf die Bühne in einer romantischen Leichtigkeit und Zartheit, die das Publikum anrührt. Im Zentrum steht die Musik von Clara und Robert Schumann, und deren Interpretation gelingt beglückend. Ein Glücksfall ist die junge Sängerin Jolana Slavíková vom Thüringer Opernstudio als Clara. Sie bringt nicht nur einen schönen Liebreiz ins Spiel, sondern auch eine natürlich gegebene Stimmveranlagung für das romantische Liedgut und reiht ihre Lieder perlengleich aneinander. Sie ist der Glanzpunkt dieser Collage, glaubwürdig in jeder Phase. Takahiro Nagasaki ersetzte am Flügel ein ganzes Orchester. Er war Begleiter aller Lieder und gab Solo-Einlagen Schumannscher Stücke in brillanter Interpretation. Es gab uneingeschränkt begeisterten und langen Beifall für ein Theaterereignis der besonderen Art.“

Manfred Hainich, OVZ, April 2019

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Fotos: Ronny Ristok