Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel

Komödie von Theresia Walser
Ab 15 Jahren

 

„Ich sage immer, zu jedem bedeutenden Leben gehört auch ein Attentat, natürlich. Ein Leben ohne Attentat ist ja belanglos.“
Imelda

Drei Gattinnen ehemaliger Diktatoren – Frau Margot, Frau Imelda und Frau Leïla – begegnen sich auf einer Pressekonferenz. Anlass ist die geplante Verfilmung ihrer Biografien. Eine Ähnlichkeit mit historischen Persönlichkeiten wie Margot Honecker, Imelda Marcos und Leïla Ben Ali ist dabei weder zufällig noch unbeabsichtigt. Die Damen lassen sich ihren politischen und finanziellen Hochstatus gern anmerken, fast so, als wären ihre Männer noch im Amt. Dabei sind bereits zwei Ehemänner unfriedlich verstorben und Frau Leïlas Mann steht aktuell „vor so einem grotesken holländischen Gericht“, das Anklage gegen ihn wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ erhoben hat. Vor Beginn der Konferenz plaudern und tratschen die Ladys über Partys bei Stalin, Gedichte von Mao, Schuhsammlungen und schusssichere BHs und erweisen dabei ihren Kolleginnen keinerlei Respekt. Dolmetscher Gottfried kommt ganz schön ins Schwitzen und versucht verzweifelt, durch geschickte Falschübersetzungen eine politische Katastrophe zu verhindern. Während beinahe beiläufig Themen wie Freiheit, Sehnsucht und Unterwerfung angesprochen werden, kommen immer mehr Monstrositäten zum Vorschein. Bald entwickelt sich ein fulminanter Schlagabtausch, der mehr Wahrheiten offenbart als Gottfried und den Zuschauern lieb ist.

Theresia Walser (*1967) ist eine der bekanntesten zeitgenössischen Dramatikerinnen. Mit ihrem Stück Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel entfaltet sie die grotesken Weltanschauungen der unmenschlichen, einst machtvollen Diven. Trotz vieler realer Bezüge und authentischer Details gelingt Walser eine bitterböse Komödie.