Irgendwie Anders (ab 3)

Nach dem Kinderbuch von Kathryn Cave und Chris Riddell
Stipendiatenprojekt der Theater-Stiftung Gera · Teil 1

  • Mi 19.09.2018 / 10:00 Uhr
    Puppentheater Gera

 

„Wir wollen nicht mit dir spielen. Du bist irgendwie anders.“
Die Anderen

Trailer

Als dem Maler und Tapezierer bei der Arbeit langweilig wird, entdeckt er für sich sein Arbeitsmaterial neu: Im Handumdrehen werden aus Lappen, Pinseln und Farben Figuren, die ein ganz besonderes Eigenleben entwickeln. Mit ihnen erzählt der Maler die Geschichte des Irgendwie Anders. Das ist, wie es heißt: Auf eine besondere Art und Weise von den Anderen unterschieden. Deshalb wollen die Anderen auch nicht mit ihm spielen – und dabei gibt sich das Irgendwie Anders die größte Mühe wie die Anderen zu sein. Ganz allein lebt es auf seinem Berg und fragt sich, warum es irgendwie anders ist. Bis eines Tages das Etwas an seine Tür klopft …

Mit den Allegorien Irgendwie Anders und Etwas ermutigt das Stück, Diversität als Chance zu sehen, anstatt nach Gleichheit in der Gesellschaft zu streben. Andersartigkeit wird nicht als Makel, sondern als Bereicherung erkannt, die zum fantasievollen und kreativen Umgang miteinander anregt. Irgendwie Anders ist die erste von drei Inszenierungen, die Kai Anne Schuhmacher als Stipendiatin der Theater-Stiftung Gera realisiert. In der Probenarbeit mit Tobias Weishaupt haben sich beide mit großer Hingabe dem Materialtheater gewidmet, das Eigenleben von Pinseln, Farbrollen und Lappen untersucht und mit der Loop-Station experimentiert. Auf Grundlage von Improvisationen und der Textvorlage entstand dabei ein Stück, das frei und kreativ mit der Bilderbuchvorlage umgeht und
spielerisch den Kindern Zusammenhalt und Solidarität vermittelt.

 


Rezensionen

Trubel auf dem Tapeziertisch - Ostthür. Zeitung 6. Nov. 17

Mit „Irgendwie Anders“ hat Schuhmacher schon einmal ein Ausrufezeichen gesetzt. Ihr Stück für Kinder ab drei Jahren kam bei der Zielgruppe bestens an. Tobias Weishaupt erhielt nicht nur viel Applaus, sondern auch innige Umarmungen von zwei begeisterten Kleinen.

Ulrike Merkel

Seriös ist langweilig - fidena.de Portal für Figurentheater

Die erste der insgesamt drei Inszenierungen von Kai Anne Schuhmacher, Stipendiatin der Theater-Stifung zur Nachwuchsförderung Gera, lebt von ebenso einfachen wie wirkungsvollen Mitteln, welche dem kleinen und großen Publikum das Bühnengeschehen ganz nahe bringen. Mittels einer Loop-Station entwickelt sich das gemurmelte "Grau grau grau" zu einem bedrückenden Soundteppich aus Stimmen. Gegen die Spießigkeit rebellierend fliegen Tuben und Dosen durch den Raum, Farbe spritzt in alle Richtungen, bis die weißen Kulissenwände bunte Flächen geworden sind. Und plötzlich erwachen die Gegenstände im Atelier zum Leben.... Ein Lappen beginnt zu tanzen, steckt sein Köpfchen in den Farbtopf und beginnt zu malen. Seine Bewegung belebt den Pinsel, die Malerwalze verfolgt die tanzenden Objekte als kläffendes Pelzknäuel. Ein Farbeimer wiehert auf und galoppiert über den Tapeziertisch. Virtuos spielt Tobias Weishaupt mit den Gegenständen, schafft aus einem Lumpen erst ein Vögelchen und lässt ihn im nächsten Augenblick zum Tintenfisch werden. Singend und tanzend mischen sich die Stimmen der Dinge unter den eintönigen Sound von Grau und erzeugen einen fröhlichen Loop.

Jessica Hölzl

Mediathek

© Fotos: Sabina Sabovic (Die Fotos können für redaktionelle Zwecke und Berichterstattung zum betreffenden Stück honorarfrei genutzt werden. Der/die Fotograf/in muss stets genannt werden.)