Philharmonisches Orchester Altenburg-Gera

Philharmonisches Orchester Altenburg-Gera

Anfänge einer Hofmusik in Altenburg sind bereits 1456 belegt, ein Jahr nach dem berühmten Prinzenraub. Für Gera ist aus dem Jahr 1736 die Gründung eines Collegium musicum überliefert. Wie die Eröffnung des prachtvollen Hoftheaters 1871 in Altenburg, so verlieh auch die Errichtung des Theaters am Küchengarten Gera 1902 dem Musikleben in Ostthüringen neue Impulse.
Im Jahre 2001, also sechs Jahre nach der Fusion des Landestheaters Altenburg und der Bühnen der Stadt Gera zum Theater Altenburg-Gera, heute Theater&Philharmonie Thüringen, verschmolzen auch die Landeskapelle Altenburg und das Philharmonische Orchester Gera zu einem Klangkörper. Generalmusikdirektor Laurent Wagner und die 73 Musiker fühlen sich der jahrhundertealten Musiktradition beider Städte bzw. Ostthüringens tief verbunden.
Schwerpunkte in den neun Philharmonischen Konzerten sind die Auseinandersetzung mit der reichen Musiktradition Mitteldeutschlands – Heinrich Schütz, Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Johann Friedrich Fasch, Robert Schumann, Julius Rietz, Franz Liszt, Richard Wagner, Richard Strauss, Hanns Eisler, Siegfried Matthus –, die Musik des 20. Jahrhunderts, insbesondere Werke NS-verfolgter Komponisten (Walter Braunfels, Jaromír Weinberger, Erwin Schulhoff, Moïses Simons, Hans Gál, Pavel Haas u. a.) sowie die Klassiker des 19. und 20. Jahrhunderts: Ob Liszt-Jahr 2011, Verdi-Wagner-Jahr 2013, Richard Strauss-Jahr 2014 sowie Liszt-Biennale 2015 – stets wartet das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera mit interessanten Programmen auf, die auch außerhalb Ostthüringens große Beachtung finden.
Regelmäßig ergänzen Uraufführungen, zuletzt von L’Ubica Cekowska, Laurence Traiger, Joan Tower, Henrik Albrecht u. a. das gängige Repertoire.
Die jährlich zum Jahresende stattfindenden Aufführungen von Beethovens IX. Sinfonie, die Neujahrskonzerte in Kooperation mit lokalen Tanzschulen, die Reihen „Philharmonische Schlosskonzerte“, „Klassik bei Kerzenschein“, Familienkonzerte, Schülerkonzerte, Sonderkonzerte wie das Marstallkonzert sowie die Bauernhofkonzerte zum Ende jeder Spielzeit erfreuen sich größter Beliebtheit.
Rundfunkaufnahmen mit MDR Figaro und Deutschlandradio Kultur sorgen für eine gute überregionale Wahrnehmung des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera. Großes Renommee verdient sich das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera auch durch seine regelmäßigen Auftritte in der Dresdner Frauenkirche, die in den letzten Jahren als Kooperationen gestaltet wurden.
Neben so renommierten Solisten wie Bernd Glemser, Gábor Boldoczki, Martin Funda, Loïc Schneider, allesamt Gewinner des renommierten ARD-Musikwettbewerbs, die wir in den vergangenen Spielzeiten begrüßen durften, treten regelmäßig sehr begabte Nachwuchssolisten (Gewinner des Deutschen Musikwettbewerbs) mit dem Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera auf. Diese Engagements werden durch den Deutschen Musikrat auch finanziell gefördert.
Selbstverständlich widmen sich die Musiker auch der Pflege der Lied- und Kammermusik, vor allem in den seit 1985 fest im Spielplan etablierten sonntäglichen Foyerkonzerten in Gera bzw. den Kammerkonzerten in Altenburg. Unter den verschiedenen Formationen, die sich zum Musizieren zusammengeschlossen haben, sind besonders das seit über 50 Jahren bestehende Reußische Kammerorchester, das Ensemble diX und die Thüringen Harmonie zu nennen.
Neben Präsenz des Philharmonischen Orchesters auf dem Konzertpodium wird die Musiktheatertradition am Hause hoch gehalten. Dazu gehört auch die Reihe „Opernwiederentdeckungen des 20. Jahrhunderts“, der das Theater und das Orchester überregionale Aufmerksamkeit verdanken.


1. VIOLINEN

Judith Eisenhofer, 1. Konzertmeisterin
Annegret Knoop, Stellv. 1. Konzertmeisterin
Claudia Ander-Donath, Stellv. 1. Konzertmeisterin
Martin Groskopff, Stellv. 1. Konzertmeister
Egbert Funda, Vorspieler
Matthias Herrmann, Vorspieler
Andrè Krumor, Claudia Klemm, Caliope Braumann-Badea, Markus Dreßler, Martina Nitzsche

2. VIOLINEN

Anne-Sophie Kühne, Konzertmeisterin
Barbara Böhm, Stellv. Konzertmeisterin
Vasile Hanciu, Vorspieler
Christian Küstermann, Tino Purschke, Cornelia Rühling, Johannes Neupert, Carsten Bernitz, Sybille Maul

BRATSCHEN

Jan Kögelmann, Solo-Bratscher
Eckart Mölle, 1. Stellv. Solo-Bratscher
Robert Hartung, 2. Stellv. Solo-Bratscher
Christian Anghel, Louise Denis-Nesprias, Andreas Schenk, Heike Hanciu, Miguel Angel Lucas

VIOLONCELLI

Nico Treutler, 1. Solo-Cellist
Sylva Kopczak, Stellv. Solo-Cellistin
Eckhard Becker, Stellv. Solo-Cellist
Matthias von Hintzenstern, Renate Göthel-Erler, Jesús Antonio Clavijo

KONTRABÄSSE

Peter Nelson, Solo-Kontrabassist
Thomas Müller, Vorspieler
Dmytro Verykivsky, Vorspieler
Martina Kurth

FLÖTEN

Andreas Knoop, Solo-Flötist
Kathrin Osten, Stellv. Solo-Flötistin
Matthias Hiekel, Solo-Piccoloflötist
Petra Patitz, Ricarda Hartung

OBOEN

Günter Gäbler, Solo-Oboist
Albrecht Pinquart, Stellv. Solo-Oboist und Solo-Englischhornist
Robert Matthes, Stellv. Solo-Obois und Solo-Englischhornist
Antje Rodenstein, Englischhornistin

KLARINETTEN

Hendrik Schnöke, Solo-Klarinettist
Uwe Knaust, Stellv. Solo-Klarinettist
Frank Raspel, Solo-Bassklarinettist
Harmen Coster, Karsten Hetzel

FAGOTTE

Roland Schulenburg, Solo-Fagottist
Tobias Meier, Stellv. Solo-Fagottist
Michael Böhme, Solo-Kontrafagottist
Tini Gwosdz

HÖRNER

Rainer Ossott, Solo-Hornist
Alexander Tschongov, Stellv. Solo-Hornist
Matthias Weigel, Olaf Jäger, Sybille Casper, Nikolaus Voglhofer

TROMPETEN

Sascha Eilert, Solo-Trompeter
Tobias Hartel, Stellv. Solo-Trompeter
Volker Kley, Stellv. Solo-Trompeter
Sebastian Böhner

POSAUNEN

Torsten Margraf, Solo-Posaunist
Wolfram Brosinski, Stellv. Solo-Posaunist
Christian Ilg, Solo-Bassposaunist
Sebastian Andrae, Wechselposaunist

TUBA

Bernd Siebert, Solo-Tubist

PAUKEN/ SCHLAGZEUG

Matthias Masur, Solo-Pauker 
Martin Burkhardt, Stellv. Solo-Pauker
Frank Thiem, Stellv. Solo-Pauker

HARFE

Liane Pinquart, Solo-Harfenistin

GMD Laurent Wagner

GMD Laurent Wagner

Generalmusikdirektor

Seit der Spielzeit 2013/14 ist Laurent Wagner Generalmusikdirektor bei Theater&Philharmonie Thüringen.

Laurent Wagner begann sein Studium in seiner Heimatstadt Lyon und setzte es in Paris (Klavier, Fagott, Komposition und Kammermusik) fort, bevor er 1982 Mitglied in der renommierten Kapellmeisterklasse von Prof. Karl Österreicher an der Wiener Musikhochschule wurde. Er graduierte in Dirigieren und Korrepetitionspraxis mit Auszeichnung. Nach einigen Jahren als Repetitor und Kapellmeister an den Theatern Heidelberg, Gelsenkirchen und Wuppertal und als maestro interno am Gran Teatre del Liceu in Barcelona wechselte er als stellvertretender Generalmusikdirektor ans Theater Dortmund. 1994 wurde er als Generalmusikdirektor ans Saarländische Staatstheater Saarbrücken berufen, wo er neben zahlreichen Konzerten und Opernpremieren anregende und anspruchsvolle Projekte wie die Aufführung von Messiaens Turangalîla-Symphonie, Bergs gesamtem Orchesterwerk, dessen Opern Wozzeck und Lulu sowie Schönbergs Moses und Aron innerhalb eines Zyklus der Wiener Moderne verwirklichte, die überregional Beachtung fanden.

Seine anschließende Zeit als Operndirektor und Chefdirigent am Theater St. Gallen rückte das italienische Repertoire verstärkt ins Zentrum seiner Arbeit. Sein Weg führte ihn dann als Principal Conductor zum irischen Rundfunkorchester (RTÉ Concert Orchestra) nach Dublin, wo er auch zahlreiche Opernproduktionen an der Opera Ireland leitete, darunter die irische Erstaufführung von Strauss’ Salome.
Seit 2006 widmet er sich verstärkt der Ausbildung junger Sänger. So unterrichtete er 2006 und 2007 in Tel Aviv am International Vocal Arts Institute (IVAI), wo er mit jungen Nachwuchssängern Mozarts Entführung aus dem Serail und Le Nozze di Figaro einstudierte. Seit 2013 betreut er am Konservatorium Rennes eine Dirigierklasse.

Zahlreiche Rundfunkaufnahmen und Konzertmitschnitte zeugen von der Bandbreite und Vielfalt seiner künstlerischen Arbeit.

Laurent Wagner wurde für seine langjährigen Verdienste als Botschafter der französischen Musik vom französischen Staatspräsidenten zum Chevalier de l'Ordre National du Mérite ernannt.

Takahiro Nagasaki

Takahiro Nagasaki

Dirigent

Der junge japanische Pianist und Dirigent Takahiro Nagasaki ist seit der Spielzeit 2009/10 als Repetitor mit Dirigierverpflichtung bei Theater&Philharmonie Thüringen fest engagiert.
Seit der Spielzeit 2013/14 leitete er als Musikalischer Leiter mehrere Produktionen u. a. La Bohème, Schwarzer Schwan (Schwanensee), Die Freuersbrunst (Oper von J. Haydn), Nuit des Hommes (Opera(torium) von Per Nørgård), Hexe Hillary geht in die Oper, Baby Talk, Philharmonische Schlosskonzerte und Schülerkonzerte.

In der Spielzeit 2017/18 übernimmt er als Musikalischer Leiter diverse Produktionen u.a. 

Oper
- Die verkaufte Braut
- Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
- Der Freischütz
- Weiße Rose

Balett
- Eine infernalische Reise/ Letzte Lieder

Konzert
- 16. Philharmonisches Schlosskonzert
- 1. Schülerkonzert
- 2. Schülerkonzert
- 3. Schülerkonzert
- 1. Familienkonzert
- 3. Klingt gut

Foyerkonzert
- 260. Foyerkonzert 29.4.
- 261. Foyerkonzert 27.5.
- 262. Foyerkonzert 17.6.

Ebenfalls bei Theater&Philharmonie Thüringen trat er wiederholt als Cembalist, Kammermusiker und Liedbegleiter in vielen Konzerten in Erscheinung. 2011 stand er zum ersten Mal als Dirigent mit der Oper Die Zauberflöte (W. A. Mozart) am Pult.
 
Takahiro Nagasaki wurde in Japan geboren und studierte dort Komposition an der Aichi Universität für Kunst und Musik. Es folgte ein Studium der Liedgestaltung und Kammermusik bei Prof. Phillip Moll sowie im Fach Solo-Klavier an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig.
Dort vervollständigte er seine umfangreiche Qualifikation im Anschluss mit dem Studiengang Dirigieren.
 
Seit seinem ersten öffentlichen Auftritt beim Peniscola Musikfestival in Spanien im Jahr 2007 blickt Takahiro Nagasaki bereits auf zahlreiche Darbietungen als Solist und Begleiter in verschiedenen Konzertsälen Europas zurück.
Ferner intensivierte er seine Arbeit als Dirigent, u. a. mit dem Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera, dem Kammerorchester der Europa-Philharmonie, dem Orchester der Musikalischen Komödie sowie dem Bad Hersfelder Festspielorchester und dem Bad Hersfelder Festspielchor. 2013 dirigierte er zum ersten Mal den weltberühmten Thomanerchor in der Thomaskirche in Leipzig..
Im Laufe seiner Ausbildung war er außerdem als Musikalischer Assistent an der Mitteldeutschen Kammeroper Wittenberg und bei den Bad Hersfelder Opernfestspielen sowie als Gast-Repetitor an der Oper Leipzig tätig.
 
Takahiro Nagasaki erhielt in seiner bisherigen Laufbahn diverse Preise und Auszeichnungen: Nach dem ersten Erfolg beim Kompositionswettbewerb in Japan folgten der „Begleiter-Preis“ beim Lortzing-Gesangswettbewerb in Leipzig (2007, 2009), der DAAD -Preis (2009), ein Stipendiat der „Okada – Bunka“ Stiftung (2009, 2010), das Bayreuth-Stipendiat des Richard-Wagner-Verbandes (2010) und der Gretel Ferschinger-Mäder Preis der Vereinigung der Theaterfreunde für Altenburg (2012).
 
Zahlreiche Meisterkurse spiegeln seine große Vielseitigkeit. So arbeitete er mit George Alexander Albrecht und dem MDR Sinfonieorchester, sowie mit Helmut Rilling am Bach-Collegium Stuttgart (Dirigieren) zusammen.
Im Fach Liedgestaltung erhielt er Unterricht bei Graham Johnson, Edith Wiens und Simon Estes. Weitere Meisterkurse belegte er bei Gitti Pirner und Jan Gottlieb Jiracek (Klavier), sowie bei Menahem Pressler (Klavierkammermusik).

Laura Knoll

Laura Knoll

Dramaturgin

Laura Knoll wurde 1989 in Bayreuth geboren und machte dort ihr Abitur am musischen Gymnasium. Neben zahlreichen Aktivitäten als leidenschaftliche Posaunistin war sie parallel zur Schule für einige Semester Jungstudentin mit Hauptfach Posaune an der Hochschule für Musik und Theater München. Während ihres Bachelorstudiums im Studiengang Musiktheaterwissenschaft an der Universität ihrer Heimatstadt absolvierte sie Praktika in verschiedenen Bereichen beim Festival junger Künstler Bayreuth, den Münchner Philharmonikern sowie in der Programmheftredaktion von BR Klassik. Verschiedene Dramaturgiehospitanzen führten sie ans Theater Augsburg, die Hamburgische Staatsoper, Volksoper Wien, Staatsoper Stuttgart sowie ans Staatstheater am Gärtnerplatz, wo sie u. a. mit Regisseuren wie Rosamund Gilmore, Marguérite Borie und Balázs Kovalik zusammenarbeitete. Während ihres Studiums schrieb sie außerdem als freie redaktionelle Mitarbeiterin für den Nordbayerischen Kurier Kritiken und Konzertberichte. Darüber hinaus war sie für einige Monate als vertretende Dramaturgieassistentin an der Komischen Oper Berlin tätig. Von 2013 bis 2016 studierte Laura Knoll in den Masterstudiengängen Musikwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität sowie Dramaturgie an der Theaterakademie August Everding in München. Dort betreute sie als Dramaturgin die Opernproduktionen Herzog Blaubarts Burg von Béla Bartók (Regie: Maike Bouschen) sowie Die arabische Nacht von Christian Jost (Regie: Balázs Kovalik).
Seit der Spielzeit 2016/17 ist sie als Konzertdramaturgin und Musikpädagogin bei Theater&Philharmonie Thüringen engagiert.