3. Philharmonisches Konzert 2018/19

In der Reihe Zukunftsmusik ostwärts

  • Mi 14.11.2018 / 19:30 Uhr
    Konzertsaal Gera

 

Leó Weiner (1885-1960): Serenade für kleines Orchester f-Moll op. 3
Máté Bella (*1985): Sounds of Generation Y Part II. Konzert für Zymbal und Orchester · Auftragswerk · Uraufführung
Béla Bartók (1881-1945): Tanzsuite für Orchester Sz 77
Zoltán Kodály (1882-1967): Háry János-Suite
Johannes Brahms (1833-1897): Ungarischer Tanz Nr. 1 g-Moll

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„Die Seele der Ungarn braucht jetzt eine Furche, einen Rigolpflug, um wieder fruchtbar zu werden. Dieser Rigolpflug ist das Szekler Volkslied, das die ungarische Seele gnadenlos bearbeiten wird: Es wird sie bis zu den tiefsten Wurzeln freilegen, das schädliche Ungeziefer herausziehen, und den Boden erneuern.“
Zoltán Kodály

Der in Budapest geborene Leó Weiner gilt wegen seines Engagements für den Aufbau des ungarischen Musiklebens als einer der prägendsten Künstler des Landes, obwohl er stets im Schatten seiner beiden berühmten Studienkollegen Bartók und Kodály stand. Dem spätromantischen Stil verpflichtet, begeistern seine Werke v. a. durch ihren oft tänzerischen Charakter sowie eine an ungarische Folklore erinnernde, feurige Note.
Nicht selten in einem Atemzug genannt, gehörten Béla Bartók und Zoltán Kodály zu den führenden Persönlichkeiten des modernen ungarischen Musiklebens. Beide verbindet die intensive Erforschung der nationalen Volksmusik, welche den Stil der Komponisten maßgeblich beeinflusst hat. So ist die Háry János-Suite musikgeschichtlich von großer Bedeutung, da Kodály darin erstmals traditionelle, ländliche ungarische Musik in seine Kunstmusik integrierte und einem neuen Publikum zugänglich machte. Nach eigenen Worten hat er dadurch „die Dorfatmosphäre in die Stadt gebracht“. Wesentlichen Anteil trägt dabei der Einsatz der Zymbal, eines typisch ungarischen, mit Klöppeln geschlagenen Hackbretts.
Für seine Tanzsuite, entstanden anlässlich der Fünfzigjahrfeier der Vereinigung von Pest und Buda, schöpfte Bartók aus dem volksliedhaften Fundus, den er auf seinen zahlreichen Reisen gesammelt hatte. Dabei bezog er jedoch nicht nur ungarische, sondern auch rumänische und arabische Quellen mit ein: „Meine eigentliche Idee [...] ist die Verbrüderung der Völker, eine Verbrüderung trotz allem Krieg und Hader“ (Bartók).
Auch wenn sich Máté Bella, ein Protegé seines berühmten Landsmannes Péter Eötvös, eher als europäischer und weniger als ungarischer Komponist versteht, so liegen seine musikalischen Wurzeln dennoch in seiner Heimat. Das Konzert für Zymbal und Orchester, eigens für dieses Programm in Auftrag gegeben, ist der tönende Beweis dafür.