6. Philharmonisches Konzert 2018/19

 

Richard Strauss (1864-1949): Duett-Concertino für Klarinette, Fagott und Orchester
                                             Metamorphosen für 23 Solostreicher
Samuel Barber (1910-1981): Adagio for Strings op. 11
Josef Suk (1874-1935): Serenade für Streicher Es-Dur op. 6

„Das ganze Leben ist ein ewiges Wiederanfangen.“
Hugo von Hofmannsthal

Obwohl das Duett-Concertino nicht zur Programmmusik zu zählen ist, fand Richard Strauss seine Inspiration dafür vermutlich in einem außermusikalischen Sujet: in Hans Christian Andersens Märchen Der Schweinehirt. 1947 komponiert, zählt es zum Spätwerk des Komponisten, mit dem er sich die Zeit seines Ruhestandes vertrieb. Wer möchte, kann die Klarinette mit der Prinzessin, das Fagott hingegen mit dem von Strauss selbst so bezeichneten „Bettler“ assoziieren.
Die Metamorphosen hatten für Strauss eine ganz besondere Bedeutung, beschrieb er das Werk gar als „Widerschein [s]eines ganzen vergangenen Lebens“. Entstanden während der letzten Jahre des Zweiten Weltkriegs, verarbeitete Strauss in dieser Studie für 23 solistische Streichinstrumente seine persönliche Trauer über die Zerstörung der Opernhäuser und Konzertsäle in Berlin, München, Dresden und Wien. Der satte Streicherklang ist von einer tiefen Melancholie geprägt; Strauss zitiert darin ein paar Takte des Trauermarschs von Ludwig van Beethovens 3. Sinfonie.
Samuel Barbers Adagio for Strings gilt in weiten Kreisen als das wohl erhabenste traurige Musikstück der Welt. Ursprünglich als zweiter Satz des Streichquartetts op. 11 konzipiert, arrangierte es der amerikanische Komponist später selbst für Streichorchester, um die Klangfarbenpalette noch zu erweitern. Die außergewöhnliche Kraft des Werkes liegt wohl in dem Umstand begründet, dass Barbers Musik der Trauer nicht ausweicht, sondern sich ihr bedingungslos ausliefert. Die elegischen Themen sowie eine stete Wellenbewegung berühren das Herz und lassen Raum für eigene Gedanken.
Der tschechische Komponist Josef Suk hatte ein enges Verhältnis zu Antonín Dvořák: zunächst war er sein Lieblingsstudent, später wurde er gar sein Schwiegersohn. Auf dessen Anregung hin komponierte Suk die hinreißende Serenade ausschließlich in Dur-Tonarten. Sein musikalischer Stil lässt sich dabei als gleichermaßen eklektizistisch wie originell beschreiben.

 


MAESTROS VON MORGEN - Konzert des DIRIGENTENFORUMs des Deutschen Musikrates