• Cohn Bucky Levy – Der Verlust

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    Theatrale Stadterkundung auf den Spuren jüdischen Lebens in Altenburg
    von Mona Becker, Gabriela Aldor und Machmoud Abur Arisha
    Uraufführung
    In der Reihe Vom Himmel hoch – Glaube und Gesellschaft

    Schirmherr: Bodo Ramelow, Ministerpräsident des Freistaates Thüringen

    • Di 23.05.2017 / 19:30 Uhr
      Markt 23 · Altenburg

     

    „Fast schon könnte man meinen,
    jüdisches Leben hätte in Altenburg nicht
    oder kaum existiert. Zu Unrecht!“
    Christian Repkewitz

    Trailer hier ansehen!
    Videobeitrag zu den Endproben
    Videobeitrag „Weltpolitik in der Provinz“

    „Cohn Bucky Levy – Der Verlust“ heißt das Projekt des Schauspielensembles von Theater&Philharmonie Thüringen, für das die Kulturstiftung des Bundes und die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) ihre Förderung zugesagt haben. Es beschäftigt sich mit der Geschichte der Familien Cohn, Bucky und Levy. 1890 haben die drei Schwestern Cohn ihr kleines Geschäft am Markt 23 in Altenburg eröffnet, das wenige Jahrzehnte später unter der Leitung Sally Buckys und dann von Albert Levy geführt wurde. „M.&S. Cohn“ avancierte zu einem der größten und erfolgreichsten Warenhäuser der Region.
    Die Theateraufführungen werden zu verschiedenen Originalschauplätzen in der Stadt führen und holen damit dieses Kapitel Altenburger Geschichte eindrücklich ins Bewusstsein. Denn so erfolgreich ihr Geschäft auch war, 1933 bewahrte die Familien niemand vor ihrer Zerschlagung: Sie wurden verfolgt, gedemütigt und enteignet. Einigen Familienmitgliedern gelang rechtzeitig die Flucht, andere wurden inhaftiert, deportiert und schließlich in den Konzentrationslagern ermordet.

    In dem Projekt werden sich SchauspielerInnen aus dem Altenburger Ensemble und aus Tel Aviv auf Spurensuche begeben. Im Zentrum steht dabei nicht nur die Geschichte der jüdischen Kaufmannsfamilie, die einst das erfolgreiche Kaufhaus führte, sondern auch die Begegnung von SchauspielerInnen aus drei Kontinenten, die verschiedenen Religionen angehören. Gemeinsam spielen und diskutieren sie über die Zusammenhänge von Geschichtsaufklärung und aktuellem politischen Weltgeschehen.

    Als internationale Kooperationspartner konnten das Jaffa Theater und das Alsaraya Theater in Tel Aviv gewonnen werden, die Theaterstücke sowohl in arabischer als auch hebräischer Sprache entwickeln. So werden KünstlerInnen aus Israel, Palästina, Burkina Faso, Deutschland und der Türkei die Altenburger Familiengeschichte zum Ausgangspunkt nehmen, um sich in dem Theaterprojekt auch mit heutigen politische Themen wie Vertreibung, Ausgrenzung und Rassismus in der ganzen Welt auseinanderzusetzen. Die mehrsprachige Inszenierung arbeitet mit historischen Dokumenten, politisch aktuellen Beiträgen, Installationen und performativen Elementen.

    Wissenschaftlicher Berater zum Projekt ist der Stadtforscher Christian Repkewitz. Wie kein anderer hat er die letzten Jahre akribische Nachforschungen zu den Lebensgeschichten der Juden Altenburgs und des Altenburger Landes angestellt, die er inzwischen in zwei Büchern veröffentlicht hat. Für das Projekt hat er ein drittes Buch verfasst: Cohn – Bucky – Levy: Rastlos vorwärts! Das Buch zur Familiengeschichte feiert am 1. März seine Premiere und wird auch zu allen Theateraufführungen verkauft. TV Altenburg wird das Projekt zudem medial begleiten.
    Nach der guten Zusammenarbeit für Barbarossa ausgeKYFFt unterstützt die MitspielerAKADEMIE der Stadt Altenburg bei diesem Großprojekt erneut das internationale Ensemble.
    Das Paul-Gustavus-Haus, ehemaliges Wohnhaus der Levys, wird als Open Space für Werkschauen, Diskussionsrunden und Vorträge dienen, zu denen die BürgerInnen die Möglichkeit haben, mit den Projektbeteiligten ins Gespräch zu kommen und mehr über die Themen des Stückes zu erfahren.

    Die Künstlerische Leitung hat Schauspieldirektor Bernhard Stengele. Autorin ist Mona Becker, die von der hebräischen Autorin Gabriela Aldor und dem arabischen Autor Machmoud Abu-Arisha unterstützt wird. Für die Dramaturgie zeichnet Svea Haugwitz verantwortlich. Die Leitung des Jaffa Theaters hat Igal Ezraty und die Leitung des Alsaraya Theaters hat Mohammad Kundas inne. Für die Ausstattung konnte Marianne Hollenstein gewonnen werden.

    Das Projekt Cohn Bucky Levy – Der Verlust entwickelt sich bis zur Premiere immer weiter. Änderungen im Programm und spontane Aktionen sind nicht ausgeschlossen. Halten Sie sich auf dem Laufenden durch die sozialen Medien, unsere Homepage oder dem Newsletter.

    Anmeldung zum Newsletter: Mail an anna.borcherding@tpthueringen.de
    Homepage zum Projekt: www.cohn-bucky-levy.de
    Facebookseiten: Cohn-Bucky-Levy

    Video Vorschau
    Video Schauspieler aus Tel Aviv in Altenburg
    Video vom Probenbesuch
    Video zur Geschichte

    Rahmenprogramm
    Mit dem Rahmenprogramm können sich die Besucherinnen und Besucher im Vorfeld der Uraufführung vielseitig zu den Themen des Stückes Cohn Bucky Levy – Der Verlust informieren, den künstlerischen Prozess verfolgen und das internationale Team kennenlernen.

    Alle Termine des Rahmenprogrammes finden Sie hier.

     



    Rezensionen

    Lachen und Tränen, Schmerz und Scham - Ostthür. Zeitung 22.5.17

    Totenstille. Publikum und Schauspieler ringen gleichermaßen um Fassung. Als sich die Künstler dann verneigen, steigert sich langsam der Beifall für einen erhebenden und erschütternden Theaterabend, an dem sich zur Premiere am Sonnabend Fiktives und Authentisches ganz einmalig verzahnte. Dem scheidenden Schauspieldirektor Bernhard Stengele gelingt mit "Cohn Bucky Levy – Der Verlust" eine fantastische Kooperation. Atheisten, Christen, Juden und Muslime, Deutsche, Israelis, Palästinenser, Rumänen und Türken arbeiten zusammen. Zwei Theater aus Tel Aviv sind Partner....

    Angelika Bohn

    Altenburger Familiengeschichte als großes Theater - Osterländer Volkszeitung 23.5.17

    Am Schluss finden alle noch einmal zusammen, um an das Schicksal der Protagonisten des Stücks zu erinnern. Nur vier von zwölf haben den Holocaust überlebt. Beide Seiten, Schauspieler und Zuschauer, ringen in einer totenstillen Halle um Fassung. Beide Seiten schämen sich ihrer Tränen nicht. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bevor Beifall aufbrandet und in Standing Ovations mündet.

    Ellen Paul

    Mediathek

    © Fotos: Jens Paul Taubert (Die Fotos können für redaktionelle Zwecke und Berichterstattung zum betreffenden Stück honorarfrei genutzt werden. Der/die Fotograf/in muss stets genannt werden.)