4. Philharmonisches Konzert 2017/18

  • Do 18.01.2018 / 19:30 Uhr
    Konzertsaal Gera

 

„Welch ein Werk, welche Poesie, die harmonischste Stimmung durch das Ganze, alle Sätze wie aus einem Gusse, ein Herzschlag, jeder Satz ein Juwel! – Wie ist man von Anfang bis zu Ende umfangen von dem geheimnisvollen Zauber des Waldlebens!“
Clara Schumann über Brahms’ 3. Sinfonie, 1884

  • Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Konzertouvertüre Die Hebriden op. 26
  • Walter Braunfels (1882-1954): Hebriden-Tänze op. 70
  • Johannes Brahms (1833-1897): Sinfonie Nr. 3 F-Dur op. 90

Nach einem Besuch der Fingalshöhle auf der Hebrideninsel Staffa komponierte Mendelssohn die Konzertouvertüre Die Hebriden. Er verarbeitete darin seine Eindrücke der schottischen Natur, und so charakterisieren die gedeckten Farben von Fagotten, Bratschen und Celli das mal ruhige, mal aufbrausende Spiel von Wind und Meer.

Auch das 1951 entstandene Klavierkonzert Hebriden-Tänze widmet sich dem romantischen Eiland, wenngleich Walter Braunfels ganz andere Ecken entdeckt zu haben scheint. Man hört die trippelnden Schafe, das Wiegen der Blumen im Wind, das Kreischen der Möwen oder die sich an den Felsen brechenden Wellen. Klavier und Orchester teilen sich die Hauptrolle im spätromantisch anmutenden Klangspiel, sodass beide Partner neben dem gemeinsamen Spiel in reizvollen solistischen Momenten zu erleben sind.

Theater&Philharmonie Thüringen setzte sich bereits mehrfach für die Musik des lange Zeit zu Unrecht vergessenen Komponisten Walter Braunfels ein. So fand 2011 die Neuinszenierung der Oper Ulenspiegel international große Beachtung; zwei weitere Werke wurden in Philharmonischen Konzerten gewürdigt und auf CD veröffentlicht. Auch die Hebriden-Tänze sind eine Wiederentdeckung, gelangen sie doch erstmals seit 1962 wieder zur Aufführung.

Braunfels Mutter Helene war u. a. mit Clara Schumann und Johannes Brahms befreundet. Dessen 3. Sinfonie gilt als eines der Meisterwerke des Komponisten. Antonín Dvořák etwa urteilte in einem Brief an den Verleger Fritz Simrock, dass das Werk seinen Vorgängern an Schönheit überlegen sei: „Es ist eine Stimmung darin, wie man sie bei Brahms nicht oft findet! Welch herrliche Melodien sind da zu finden! Es ist lauter Liebe und das Herz geht einem dabei auf.“

Der in Gera lebende Pianist Hartmut Hudezeck hat seit 2009 eine Professur für Vokale Korrepetition und Liedgestaltung an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig
inne. Sein besonderes Engagement gilt verfemten Komponisten.