Dracula

Ballett von Silvana Schröder
Musik von Wojciech Kilar, Samuel Barber, Wolfgang Amadeus Mozart u. a.
Uraufführung

 

„Auch ich kann lieben. Und ich werde wieder lieben ...“
Graf Dracula


Video - Trailer
Video - Interview von Silvana Schröder
Video - Ein Blick in die Proben

Das Ballett beginnt im Transsilvanien des 15. Jahrhunderts und spannt einen Bogen bis in das London des späten Viktorianismus. Der junge englische Rechtsanwalt Jonathan Harker begibt sich geschäftlich in das Schloss des Grafen und erlebt furchterregende Szenen, in denen er den unheimlichen Dienern und den verführerischen Musen des Grafen ausgeliefert ist. Sein Gastgeber Dracula zeigt sich indes wie besessen von einem Bildnis, das Harkers Verlobte Mina Murray zeigt. Dracula folgt diesem Bildnis bis in die Straßen Londons. Durch die Begegnung mit Mina – und die damit verbundene Erinnerung an seine einstige Geliebte Elisabetha – entflammt in Dracula aufs Neue die Liebe und mit ihr offenbart sich die eigentliche Menschlichkeit, und somit Sterblichkeit, seines Wesens.

Der Mythos um den transsilvanischen Prinzen Vlad Drăculea inspiriert seit Jahrhunderten die künstlerische Fantasie und diente 1897 dem irischen Schriftsteller Bram Stoker als Grundlage für den wohl berühmtesten Vampirroman der Welt: Dracula. Der Roman ist die Basis für Silvana Schröders bildgewaltiges Ballett, das Wojciech Kilars (1932-2013) kraftvolle Filmmusikkomposition mit sanften, live interpretierten Klavierwerken kombiniert und damit die Komplexität der Figur Dracula in den Mittelpunkt stellt.

Silvana Schröders spannungsgeladenes Ballett verbindet einen hohen neoklassischen Anspruch an Choreografie und Tanz mit einer theatralen Intensität, die im Zusammenspiel mit Verena Hemmerleins „Überwältigung in Sachen Bühnenbild, Kostüm und Ausstattung“ (MDR Kultur) das Publikum in seinen Bann zieht.

 



Rezensionen

Opulenter Tanz der Vampire - Ostthüringer Zeitung + Thür. Landeszeitung 30.1.17

In dieser Legende von Leben und Liebe ohne Ende erweist sich Silvana Schröder einmal mehr als großartige Geschichtenerzählerin. In der Bühnen- und Kostümbildnerin Verena Hemmerlein hat sie dafür eine wunderbare Partnerin gefunden.... Ausstattungsoplulenz und Ideenreichtum gehen in dieser Inszenierung Hand in Hand und schaffen immer wieder Bilder, die wie Gemälde auf der Bühne wirken ...

Sabine Wagner

Thüringer Staatsballett tanzt DRACULA zum Soundtrack von Wojciech Kilar - NMZ online

Die Reise zu den Vorstellungsserien in Gera und Altenburg lohnt nicht nur für Vampiristen ...

Roland Dippel

Eine Überwältigung in Sachen Bühnenbild - MDR Kultur 28.1.17

Ein überbordender Abend, der mit allem spielt, was ein Theater mit einem hochmotivierten Ensemble auf der Bühne, engagierten Mitarbeitern dahinter und eben auch seiner modernen Technik so zu bieten hat. Was da gestern in Gera zu erleben war, das war geradezu eine Überwältigung in Sachen Bühnenbild, Kostüm und Ausstattung – eine ganz große Nummer auf der Geraer Bühne. Silvana Schröder schlägt tänzerisch einen weiten Bogen, indem sie mit ihrem Ensemble fast schon mit den Mitteln des Tanztheaters eine Geschichte erzählt, die sich im Prinzip am Inhalt des berühmten Romans von Bram Stoker entlanghangelt, und diese Geschichte in schöne und opulent bewegte Bilder übersetzt. In dieses vom gesamten Ensemble getragene Bild setzt sie dann immer wieder klassische, tänzerische Konzentriertheiten – kraftvolle Pas de deux zwischen Dracula und seinen männlichen und weiblichen Partnern, zwei Diener von Dracula üben sich in seltsam-gruseligen Bewegungsabläufen und finden sich mit ihrem Meister zu fast schon sportivem Ausdruck. Hier leisten Filip Kvačák als Dracula und Hudson Oliveira als Jonathan Harker, dem jungen Engländer, der nach Transsilvanien gelockt wird, gewiss Erstaunliches. Sie werden aber von den beiden zentralen Frauengestalten Mina und Lucy, getanzt von Daria Suzi und Anastasiya Kuzina, hinsichtlich der tänzerischen Emotionalität und Präsenz noch einmal ein bisschen in den Schatten gestellt. Sehr überzeugende Solisten sind hier zu erleben. Alles in allem ein ambitionierten Theaterabend, der den eindeutigen Ehrgeiz hat, mehr zu sein als, in Anführungsstrichen, bloß Ballett – ein hoher Anspruch, dem Silvana Schröder mit ihrer Compagnie und auch der gesamten Mannschaft dahinter absolut gerecht geworden ist.

Wolfgang Schilling

Silvana Schröder DRACULA - tanz April 2017

Stokers Vampir-Roman folgend, zieht Silvana Schröder Jahrhunderte später alle Register.... Filip Kvacák heult zwischendurch in der Titelrolle auch auf wie ein Werwolf und gibt der Gothic Tale akustisch einen beklemmenden Background, von dem sich das Horrorszenario der Choreografin bildhaft abhebt. Die hat sich von Verena Hemmerlein eine «bewegte » Bühne bauen lassen, die dem Blick des Zuschauers keine Ruhepause gönnt. Eben noch fernab in den Karpaten unterwegs, findet er sich eine Szene später auf «Lucys Party» in London wieder, und dieser permanente Perspektivwechsel schafft eine Spannung, der Silvana Schröder auf vielschichtige Weise choreografisch entspricht ...

Hartmut Regitz

Mediathek

© Fotos: Sabina Sabovic (Die Fotos können für redaktionelle Zwecke und Berichterstattung zum betreffenden Stück honorarfrei genutzt werden. Der/die Fotograf/in muss stets genannt werden.)