Piaf - La vie en rose

Ballett von Silvana Schröder
Musik von Édith Piaf und ihren Zeitgenossen (live und vom Band)
Uraufführung

 

„Es ist wahr, dass ich ein schreckliches Leben geführt habe; aber es war zugleich herrlich, weil ich es geliebt habe – ja, das Leben vor allem.“
Édith Piaf

„Non, je ne regrette rien“ („Nein, ich bereue nichts“) – ein Chanson, das nicht nur um die Welt ging, sondern auch das Lebensmotto seiner Interpretin war: Édith Giovanna Gassion (1915-1963), die 1,47 Meter kleine Französin mit der großen Stimme, die als Édith Piaf schon zu Lebzeiten zur Legende wurde. Sie sang von Liebe und von Tod, von Lebensglück und von Verzweiflung; sie verstand es, die Tragik ihres eigenen Lebens in ihrer Musik auszudrücken – allgemeingültig und universal verständlich.  

„Wenn ich nicht brennen würde, wie denkst Du, könnte ich singen?!“, hat Piaf einmal einem ihrer Liebhaber an den Kopf geworfen. Ihr kurzes Leben gleicht dem einer Kerze, die an beiden Enden zugleich brennt: ein Leben gezeichnet von einer Vielzahl heftiger Liebesaffären, von nicht enden wollenden Partys, von internationalen Erfolgen vor einem Millionenpublikum, von Armut und Reichtum, von tragischen Unfällen, Alkohol- und Drogenabhängigkeit und von öffentlichen Zusammenbrüchen. Édith Piaf bleibt bis heute ein Weltstar, dessen Lieder tief berühren und Kraft spenden.

Das Thüringer Staatsballett zeigt den beliebten Ballettabend Piaf – La vie en rose in der dritten Spielzeit. Mit dabei sind neben den Tänzerinnen und Tänzern der Compagnie wieder eine Live-Band aus Flügel, Akkordeon, Bass und Violine sowie die gefeierte Piaf-Sängerin Vasiliki Roussi.

„Etwas zu bereuen hat nur, wer diese Produktion nicht gesehen!“
Ursula Mielke, Thüringer Allgemeine

 



Rezensionen

Spiegelungen einer zerrissenen Seele · Thür. Landeszeitung 15.2.16

Silvana Schröder, die Choreografin und Leiterin des Thüringer Staatsballetts, hat alles, was sie aufbringen konnte, in die Waagschale geworfen – eine doppelte Piaf, ihre virtuos zwischen klassischen Elementen, Walzer und Tango wechselnde Tanzcompany und ein ebenso minimalistisch wie berauschend aufspielendes Musikerquartett – und hat gewonnen. „Piaf – La vie en rose“ übertrumpft sogar ihren „Keimzeit“-Abend, weil die Collage über das Leben der mit nicht einmal 48 Jahren gestorbenen Sängerin wenig gefällig, dafür um so authentischer ist.

Frank Quilitzsch

Männerfresserin ohne Männer · Leipziger Volkszeitung 15.2.16

Als Gast singt Vasiliki Roussi sich parallel durch alle berühmten Piaf-Chansons: Immer heftiger werden gegen Ende die Applauskaskaden des Premierenpublikums angesichts dieser rückhaltlosen Identifikation. Die Mimik, der Hilferuf aus den Augen, der übers Gesicht verschmierte Lippenstift – Roussi ist viel mehr als eine Piaf-Inkarnation. Sie hat die Töne des historischen Vorbilds in der Kehle und im Verstand. Sie röhrt, skandiert und röchelt, als ginge es an die eigene Existenz. Aus dem dokumentarisch erschlossenen Skelett von Erinnerungen modelliert sie ein in seiner Fahrigkeit faszinierendes Wesen. Labil, ordinär, charismatisch.

Roland Dippel

Der Spatz von Paris · Freie Presse 15.2.16

Zur begeisterten Aufnahme der Premiere trug das sorgfältig konzipierte, gelegentlich recht handfeste Elemente einbeziehende Bühnenbild von Andreas Auerbach bei. So illustriert ein Flaschen-Panorama die verhängnisvolle Leidenschaft des Stars für Hochprozentiges. Das live begleitende, subtil musizierende Instrumental-Quartett, für das Olav Kröger die Arrangements schrieb, konnte gut neben dem vollen Sound der Einspielungen bestehen.

Volker Müller

Umjubelter Ballettabend über Sängerin Edith Piaf in Gera · dpa 13.2.16

Das Thüringer Staatsballett hat die Chanson-Diva Edith Piaf auf der Bühne wiederaufleben lassen und damit den Nerv des Publikums getroffen.

Andreas Hummel

Bildgewaltiges Piaf-Ballett · Ostthür. Zeitung 15.2.15

Legenden sterben jung, heißt es. Edith Piaf – als Spatz von Paris bis in die Gegenwart verehrt – wurde 47 Jahre alt. Mit ihrer unglaublich tragischen Lebensgeschichte und vor allem mit ihren großartigen Chansons rührt sie bis heute ein Millionenpublikum zu Tränen. Auch Freitagabend, nach der zweistündigen und lange vorher ausverkauften Uraufführung von Silvana Schröders Ballett „Piaf – La vie en rose“ in Gera, ist ein Teil des Publikums zu Tränen gerührt. Es regnet rote Rosen für eine Inszenierung voller Leidenschaft, für die Tänzerinnen und Tänzer des Thüringer Staatsballetts und die sie begleitenden Musiker, vor allem aber für die Sängerin und Schauspielerin Vasiliki Roussi, mit deren Besetzung Silvana Schröder ein Glücksgriff gelungen ist.

Sabine Wagner

Ballett-Abend über Edith Piaf löst Jubelstürme aus - OVZ 2. 11. 16

Silvana Schröder hat sich selbst übertroffen. Während nach der gefeierten Premiere ihres Balletts „KeimZeit“ ein regelrechter Run auf die Karten für die nachfolgenden Aufführungen einsetzte, sind die Tickets für die Piaf-Abende so gut wie alle schon weg, bevor sich der Vorhang überhaupt zum ersten Mal gehoben hat. „Schuld“ daran ist die Chefin des zum hiesigen Theater gehörenden Thüringer Staatsballetts selbst. „Ich bin eine Choreografin, die sehr gern Geschichten erzählt. Nicht eine Choreografin, die nur Bewegung an sich sprechen lässt“, sagt Schröder. Und das hat sie mit ihrer jüngsten Inszenierung „Piaf – La vie en rose“, die am Sonnabend am Landestheater ihre umjubelte Premiere erlebte, in Vollendung getan.

Ellen Paul

Mediathek

© Fotos: Sabina Sabovic (Die Fotos können für redaktionelle Zwecke und Berichterstattung zum betreffenden Stück honorarfrei genutzt werden. Der/die Fotograf/in muss stets genannt werden.)